04.06.13

Hochwassersituation in Bayern: Energie- und Wasserversorgung in Bayern gesichert – Qualität des Trinkwassers einwandfrei

„Die Energie- und Wasserversorgung ist in Bayern nahezu unabhängig von Wettereinflüssen gesichert“, sagte Norbert Breidenbach, Vorsitzender des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e.V. – VBEW. Die Energie- und Wasserversorgungsunternehmen in Bayern kennen, dank ihrer regionalen und ortsnahen Aufstellung, sehr gut die örtlichen Gegebenheiten und Erfordernisse. Sie berücksichtigen bereits frühzeitig mögliche Auswirkungen von Wettereinflüssen und treffen im Einzelfall geeignete Vorsorgemaßnahmen. Qualifizierte Fachleute stehen im Bereitschaftsdienst und bei größeren Unternehmen zusätzlich auch in der Leitwarte rund um die Uhr bereit. Viel Erfahrung liegt aus den extremen Wetterereignissen der letzten Jahre vor, die jetzt zur Verfügung steht.

In Überschwemmungsgebieten werden schon bei der Planung und beim Bau zu erwartende Wasserpegelstände berücksichtigt. Beispielsweise werden Stromverteilerkästen vorsorglich hoch gesetzt. „Brunnen, die aufgrund der anhaltenden Regenfälle von Überschwemmungen betroffen sind, werden bereits im Vorfeld außer Betrieb genommen. In diesen Fällen wird auf andere Brunnen und Wasserwerke, die nicht in Überschwemmungsgebieten liegen, auf das in Hochbehältern gespeicherte Trinkwasser oder auch auf Fernwasserversorgungen zurückgegriffen. Ebenso werden verstärkt Wasserqualitätskontrollen durchgeführt“, erläuterte Breidenbach.

Trinkwasser unter ständiger Qualitätskontrolle

Die Qualität des Wassers aus der Leitung ist in Bayern – auch im Katastrophenfall – entsprechend den strengen Anforderungen der Trinkwasserverordnung einwandfrei zu halten. Trinkwasser ist in Deutschland eines der am besten kontrollierten Lebensmittel. Die Wasserversorgungsunternehmen sind für die Sicherung der Trinkwasserqualität verantwortlich. Die Wasserqualität wird laufend überprüft. Dazu werden Wasserproben an den Brunnen, im Wasserwerk und direkt bei repräsentativen Kundenanlagen entnommen und in akkreditierten Laboren untersucht. Überwacht wird die Qualitätskontrolle durch die staatlichen Gesundheitsämter.

Beim Ausfall der öffentlichen Wasserversorgung wird z.B. im Katastrophenfall auf eine leitungsungebundene Notversorgung zurückgegriffen. Für diese ist in erster Linie die betroffene Kommune verantwortlich. Sie kann die Notwasserversorgung auch an den örtlichen Wasserversorger delegieren.

Hochwasser im Sommer trägt nicht zur Grundwasserneubildung bei

In Bayern wird mit einem Anteil von ca. 90 Prozent das Trinkwasser aus Grund- und Quellwasser gewonnen. Die Grundwasserneubildung erfolgt maßgeblich von November bis April, wenn der Regen noch ungehindert von der Vegetation im Erdreich versickert. Bei Starkregenereignissen fließt das Wasser direkt in den nächsten Bach oder Fluss, statt langsam im Boden bis zu den Grundwasserführenden Schichten zu versickern.

„Kommt es zu Hochwasser, das viele Schwemmstoffe wie Holz, Laub, Sand usw. mitführt, dann besteht die Gefahr, dass das verschmutzte Wasser die Brunnen überspült“, erläuterte Breidenbach. Ebenso kann es dazu kommen, dass die Grundwasserstände durch das Hochwasser beeinflusst werden und sich Grundwasser beispielsweise mit Flusswasser mischt. Um die Grundwasserstände und die Wasserqualität zu überwachen betreiben die Wasserversorger in ihren Gewinnungsgebieten jeweils ein umfangreiches Netz an Grundwassermessstellen. „Zur Sicherung der Trinkwasserqualität werden zur Zeit zusätzliche Wasserproben entnommen. Im Zweifelsfall wird ein ganzes Wasserwerk stillgelegt. Die Brunnen können erst nach einer gründlichen Säuberung wieder in Betrieb genommen werden“, so Breidenbach.

Bayerns Wasservorkommen sind ungleich verteilt – Wasserversorger haben langjährige Erfahrungen

Mit Wasserüberschuss- und Wassermangelgebieten liegen in Bayern sehr gute Erfahrungswerte vor. Grundwasservorkommen finden sich dort, wo zwei Bedingungen erfüllt sind: Genügend Niederschläge und ein Untergrund, der das einsickernde Wasser aufnehmen und speichern kann. Diese beiden Voraussetzungen sind nicht überall gleich gegeben – auch innerhalb von Bayern nicht. Während im Alpenvorland mit bis zu 2.000 mm im Jahr mehr als das Doppelte des Landesmittels fällt, ist in Franken und der Oberpfalz die Grundwasserneubildung mit nur rund 650 mm Niederschlagsmenge pro Jahr geringer. In Nordbayern kommt erschwerend hinzu, dass der Untergrund nur in wenigen Gebieten geeignet ist, Grundwasser zu speichern. Folglich kann in diesen Gebieten Grundwasser nicht in ausreichender Menge gewonnen werden. Aufgrund der geringen Niederschlagsmengen und geringen Speicherkapazitäten des Untergrundes werden viele Städte und Gemeinden ganz oder teilweise in Nordbayern zuverlässig von Fernwasserversorgungsunternehmen versorgt. Im Süden Bayerns wird Trinkwasser überwiegend in unmittelbarer räumlicher Nähe zu den Kunden aus Grundwasser und Quellen gewonnen.

Energie- und Wasserversorger sind für alle Fälle gut vorbereitet

In Bayern arbeiten rund um die Uhr insgesamt etwa 420 Energieversorgungsunternehmen für eine zuverlässige Versorgung ihrer Kunden mit Strom, Gas, Wärme und Kälte. Die meisten Versorger sind in mehreren Sparten als sogenannte Querverbundunternehmen tätig. Für die sichere und zuverlässige Trinkwasserversorgung sind im Freistaat rund 2.300 Wasserversorger – im Bereich Abwasserentsorgung sind es rund 2.000 Unternehmen – verantwortlich. Sie sorgen dafür, dass zu jeder Tages- und Nachtzeit, in ausreichender Menge und in hoher Qualität das Trinkwasser immer zur Verfügung steht und das Abwasser sicher entsorgt wird. Die Trinkwasserspeicher sind stets gut gefüllt.

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