Wasserkraft Wissen

...sich Bayern aufgrund der einzigartigen topografischen Eigenschaften mit am besten in Deutschland für die Wasserkraftnutzung eignet.

...über 50 Prozent der Wasserkraftanlagen Deutschlands in Bayern stehen. Somit ist Bayern Wasserkraftspitzenreiter in Deutschland.

...Bayern das Land mit der höchsten Stromerzeugung aus Wasserkraft in Deutschland ist.

...rund 15 Prozent der Stromerzeugung in Bayern aus Wasserkraft stammen.

...rechnerisch nahezu alle privaten Haushalte in Bayern mit Wasserkraftstrom versorgt werden können.

...sogar die sogenannte „kleine“ Wasserkraft so viel Strom erzeugt, dass rechnerisch alle im Regierungsbezirk Oberfranken befindlichen Haushalte mit Strom versorgt werden können.

...Wasserkraft mit rund 85 Prozent den höchsten Wirkungsgrad aller Energieerzeugungsarten aufweist. Zum Vergleich: Modernste Gas- und Dampfkraftwerke liegen bei rund 65 Prozent, Photovoltaik bei ca. 20 Prozent Wirkungsgrad.

...Wasserkraftwerke für saubere Bäche und Flüsse sorgen, da Wasserkraftwerke Wohlstandsmüll und Unrat aus den Fließgewässern während des Betriebes entfernen können. Allein in Bayern fallen pro Jahr rund 200.000 Kubikmeter (m³) Treibgut an.

...moderne Wasserkraftanlagen sogenannte Fischtreppen haben. Diese ermöglichen es Fischen und anderen Wasserlebewesen, die Wasserkraftanlage einfach zu umschwimmen.

...Wasserkraftanlagen je nach Typ nicht nur dauerhaft und zuverlässig Strom erzeugen können (Laufwasserkraftwerke), sondern auch Strom speichern können (Pumpspeicherkraftwerke) und so die Integration der wechselhaften Einspeisung von Strom aus Sonne und Wind in die Versorgung erst ermöglichen.

...Wasserkraft unerschöpflich ist.

...Wasserkraft eine heimische Energiequelle ist und von unsicheren Energieimporten unabhängig macht.

...Wasserkraft eine grundlastfähige Energie ist und stets planbar und zuverlässig zur Verfügung steht.

...Wasserkraftanlagen ausgereift, robust und überaus langlebig sind – zum Teil bis zu 100 Jahre in Betrieb sind.

...die rund 4.200 Wasserkraftanlagen in Bayern flächendeckende, unabhängige und dezentrale Erzeugungseinheiten darstellen, die den Strom dort produzieren, wo er gebraucht wird.

...Wasserkraft durch die Produktion von CO2-freier und schadstofffreier Energie einen sehr positiven Beitrag für den Umwelt- und Klimaschutz liefert.

...viele ältere Wasserkraftwerke mit ihren Gebäuden, Auenwäldern und Mühlbächen seit Jahrhunderten das Bild unserer Kulturlandschaft prägen. Einige Wasserkraftwerke stehen auch unter Denkmalschutz.

...mit Wasserkraftanlagen oftmals handwerkliche Betriebe wie Mühlen, Sägewerke etc. verbunden sind, die regionale Wertschöpfungsketten aufrecht erhalten.

...Bayern sich bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts ausschließlich mit heimischem Wasserkraftstrom versorgen konnte.

...Wasserkraft Beschäftigung für örtliche Handwerks- und Mittelstandbetriebe sichert und somit zur Schaffung und zum Erhalt von Arbeits- und Ausbildungsplätzen vor Ort beiträgt.

..Wasserkraft einen wertvollen Beitrag für den lokalen Hochwasserschutz liefert.

...die Wasserkraftunternehmen zahlreiche Unterhaltsleistungen zur Sicherung und Stabilisierung von Gewässersohlen, Ufer streifen, Deichen, Dämmen und Querbauwerken übernehmen und jährlich hohe Summen in die Gewässerökologie investieren, indem sie zum Beispiel Laichplätze oder Bäche zur Bewässerung der Auen anlegen.

...Wasserkraft die bedeutendste und wirtschaftlichste Quelle für Stromerzeugung weltweit ist.

...die Wasserkraftunternehmen in Bayern kontinuierlich und mit Millioneninvestitionen zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), des Deutschen Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) und der ökologischen Durchgängigkeit der bayerischen Flüsse beitragen.

  • ein Mittagessen für vier Personen kochen
  • knapp drei Tage Lebensmittel kühlen
  • zwei Tage Lebensmittel im Gefriergerät lagern
  • 10 Liter Wasser auf 86°C erwärmen
  • 9 Liter Tee oder Kaffee zubereiten
  • 240 Frühstückseier kochen
  • 133 Toastbrote toasten
  • 5 kg Wäsche bei 60°C waschen
  • 140 Geschirrteile mit der Geschirrspülmaschine spülen
  • sich 3 Jahre täglich einmal elektrisch rasieren
  • 15 Stunden fernsehen
  • 93 Minuten Staubsaugen
  • 7 Stunden am Computer arbeiten
  • 86 mal Geld am Bankomat abheben
  • 21 Minuten lang mit einer U-Bahn fahren
  • u. v. m.

Wasserkraft - Bayerns wichtigste erneuerbare Stromquelle

Wasserkraft ist Bayerns wichtigster und verlässlichster erneuerbarer Stromerzeuger. Sie stellt an Bayerns Flüssen importunabhängig, zuverlässig, flexibel und steuerbar eine Strommenge zur Verfügung, die rechnerisch für die Versorgung von 3,3 Millionen Durchschnittshaushalten ausreicht. Rund 15 Prozent des gesamten Stroms werden in Bayern von etwa 4.200 Wasserkraftanlagen erzeugt.

In Bayern hat die Wasserkraft noch Ausbaupotenzial nach oben, so dass gemäß der Bayerischen Staatsregierung bis 2021 aus Wasserkraft - anstatt jährlich 12,5 Mrd. kWh - dann 13,5 Mrd. kWh (im langjährigen Mittel) erzeugt werden könnten. Dieses Ziel wurde leider noch nicht erreicht.

Nutzen und Vorteile der Wasserkraft sind vielfältig:

  • Klimaschutz: Wasserkraft verbraucht keine fossilen Brennstoffe, arbeitet völlig CO2-frei und trägt wesentlich zum Klimaschutz bei.
  • Versorgungssicherheit: Wasserkraftwerke produzieren rund um die Uhr zuverlässig regenerativen Strom.
  • Hochwasserschutz: Die Stauanlagen mit ihren Dämmen und Deichen sind aktiver Hochwasserschutz. Somit wird ein wertvoller Beitrag zum Schutz der Bevölkerung geleistet.
  • Gewässerschutz: Die Wasserkraftwerksbetreiber holen in Bayern pro Jahr tausende Tonnen Treibgut, Zivilisationsabfall und biologisch abbaubares Material aus den Flüssen.
  • Naturschutz und Gewässerentwicklung: Bei Planung und Betrieb von Wasserkraftwerken wird auf den Erhalt der Lebensräume von Pflanzen und Tieren geachtet und eine nachhaltige Verbesserung der Ökosysteme angestrebt.
  • Fische: Gezielt werden Maßnahmen zur Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit der Flüsse sowie zur Verbesserung der Gewässerstrukturen umgesetzt.
  • Grundwasser: Mit der Errichtung von Stauanlagen wurde der Wasserspiegel wieder angehoben und damit wurden auch die Grundwasserstände gestützt.
  • Freizeit und Erholung: Die Damm- und Deichstrecken bilden einen festen Bestandteil von Wander- und Radwegen entlang der Flüsse.

Die Wasserkraft ist in Bayern eine tragende Säule der Energiewende. Strom aus Wasserkraft ist effizient, nachhaltig und wirtschaftlich; eine natürliche, regionale, erneuerbare, zuverlässige, saubere und technologisch fortschrittliche Stromquelle.

Die Wasserkraft ist als bedeutendste erneuerbare Stromquelle in Bayern im Energiemix ein Juwel, denn sie ist umweltfreundlich: ressourcenschonend und emissionsfrei, sicher verfügbar und preiswert. In Verbindung mit dem Bau von ökologisch vertretbaren Wasserkraftwerken (Fischdurchgängigkeit) werden sogar erhebliche Verbesserungen für die Umwelt erreicht.

Zusammen mit den anderen regenerativen Energiequellen wird die Wasserkraft auch in der Zukunft einen wesentlichen Beitrag zur sicheren Stromversorgung leisten. Weltweit ist die Wasserkraft die bedeutendste und wirtschaftlichste Quelle der regenerativen Stromerzeugung.

Wasserkraft ist nicht das Problem, sondern Teil der Lösung. 

Es gibt derzeit leider keine Stromerzeugungsform ohne negative Begleiterscheinungen, weder bei den neuen regenerativen Energien wie z.B. Wind und Photovoltaik, noch bei der traditionellen Wasserkraft. Um diese Begleiteffekte, die sich vor allem in der Beeinträchtigung der Durchgängigkeit der Flüsse zeigt, zu minimieren, investieren die Wasserkraftunternehmen kontinuierlich Millionensummen, um die ökologische Durchgängigkeit der bayerischen Flüsse herzustellen. Sie folgen damit den Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und des Deutschen Wasserhaushaltsgesetzes (WHG).

Ökologische Verbesserungsmaßnahmen

Dazu zählen der Bau von Fischtreppen und Umgehungsgewässern, die Anlage fischfreundlicher Gewässerzonen innerhalb der Stauhaltungen, die Schaffung neuer Laichplätze und Lebensräume für Flora und Fauna in den Flusslandschaften sowie die Stabilisierung der Grundwasserstände. So haben sich im Rahmen der Wasserkraftnutzung an den Flussläufen wertvolle Erholungsräume für die Menschen und bedeutende Lebensräume für Tiere und Pflanzen, z.B. seltene Orchideen und Magerrasen an den Dämmen sowie wertvolle Revitalisierungsräume in Auenlandschaften gebildet.

Was nicht vergessen werden darf:

Die Gewässer Bayerns, an denen Wasserkraftwerke stehen, werden durch die Rechenreinigungsanlagen von Unrat und Wohlstandsmüll gesäubert. Im Schnitt werden in Bayern an den etwa 4.200 Wasserkraftanlagen jährlich rund 200.000 m³ Rechengut in Form von organischen Abfällen - wie Ästen, Bäumen und Laub - bis hin zu Wohlstandsmüll und Schrott aus dem Fluss gefischt. Da das Rechengut in Summe grundsätzlich als Abfall gilt, wird es von zertifizierten Entsorgungsbetrieben fachgerecht sortiert und entsorgt.

  • Wasserkraft ist eine natürliche, regionale, erneuerbare, zuverlässige, saubere, technologisch-fortschrittliche Stromquelle.
  • Wasserkraft ist effizient, nachhaltig, wirtschaftlich und grundlastfähig und daher eine tragende Säule der Energiewende.
  • Wer Klimaschutz und Energiewende will, setzt auf die Wasserkraft.
  • Die Wasserkraftunternehmen in Bayern betreiben Wasserkraft im Dialog mit dem Umwelt-, Arten- und Naturschutz.
  • Wasserkraft ist ein unverzichtbarer Teil der Lösung.

 

VBEW-Positionen zur Wasserkraft

Die Wasserkraftunternehmen im Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e. V. - VBEW haben sich auf diese Positionen verständigt.

In unseren Grafiken erhalten Sie wichtige Zahlen und Informationen zur Wasserkraft in Bayern.

Typen von Wasserkraftwerken
Für jede Anforderung die richtige Turbine.

 

Prinzip eines Pumpspeicherkraftwerks
Wasserkraft ist jederzeit zur Stromerzeugung einsetzbar.

 

Stromerzeugung aus Wasserkraft in Bayern 2019
Große und kleine Anlagen im Vergleich:

 

Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien (Brutto-Stromerzeugung)
Wasserkraft, Biomasse und Photovoltaik leisten in Bayern die wichtigsten Beiträge. Die Wasserkraft lieferte dabei 2019 einen Anteil von 30,8 Prozent.

 

Stromerzeugung durch bayerische Anlagen
Im Jahressaldo konnte mehr als jede zweite in Bayern erzeugte kWh durch erneuerbare Energien bereitgestellt werden.

 

Entwicklung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Bayern
45 Prozent des Stromverbrauchs werden aus erneuerbaren Energien in Bayern gedeckt.