Resilienz & Innovation – Die bayerische Wasserwirtschaft diskutiert die Zukunft der Versorgung in Rosenheim
Über 100 Teilnehmende aus Wasserversorgung, Politik, Wissenschaft und Verwaltung folgten der Einladung des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft (VBEW) zur diesjährigen Fachtagung Wasser in Rosenheim. Die Veranstaltung stand im Zeichen wachsender Herausforderungen: Klimawandel, Extremwetter, steigender Ressourcenbedarf und zunehmende Anforderungen an die Sicherheit Kritischer Infrastrukturen. „Die Sicherstellung einer zuverlässigen Wasserversorgung gehört zu den größten Zukunftsaufgaben“, betonte Marian Rappl, Hauptgeschäftsführer des VBEW, in seiner Eröffnung. „Die Tagung zeigt, wie wichtig Zusammenarbeit, Innovation und ein gemeinsames Verständnis der Risiken sind, um die Wasserversorgung in Bayern langfristig resilient und zukunftssicher zu gestalten.“
Politik & Branche im Dialog
Zum Auftakt betonte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber: "Das novellierte Wassergesetz ist das richtige Instrument, um die Wasserversorgung in Bayern fit für die Zukunft zu machen. Das Wasserpaket stärkt die öffentliche Trinkwasserversorgung, verbessert den Hochwasserschutz und vereinfacht und digitalisiert die Verwaltungsverfahren. Der Wassercent ist ein Meilenstein für die Wasserwirtschaft in Bayern. Er gibt unserem wichtigsten Lebensmittel einen Wert. Das soll zu einem möglichst schonenden Umgang beitragen. Der Wassercent wird unbürokratisch sein. Die Einnahmen werden zweckgebunden für Maßnahmen zum Wasserschutz und für eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung verwendet. Moderne Wasserpolitik kannn nur im Schulterschluss zwischen Kommunen, Versorgern und Staat gelingen."
Im Anschluss diskutierten Abgeordnete von CSU, Freien Wählern und Bündnis 90/Die Grünen über die Frage: Wie gelingt die Wasserwende in Bayern – und welche Rolle spielen Resilienz, Finanzierung und Klimaanpassung? Hier stand vor allem die Einführung des Wasserentnahmeentgelts im Mittelpunkt. Vertreterinnen und Vertreter der Wasserwirtschaft kritisierten erneut die fehlende gesetzliche Messverpflichtung sowie die vorgesehene Freibetragsregelung, die aus Sicht der Branche zu Ungleichbehandlungen führt und den Zweck der Lenkungswirkung weiter abschwächt. Zudem forderten sie, die Wasserwirtschaft eng in die Ausgestaltung der Zweckbindung einzubeziehen, um sicherzustellen, dass die Einnahmen zielgerichtet in die Stärkung der öffentlichen Wasserversorgung fließen.
Gemeinsam für eine zukunftsfähige Wasserversorgung
Der zweite Tag widmete sich den zentralen technischen und organisatorischen Herausforderungen für die Wasserversorgung in Zeiten des Wandels: Trinkwasserversorgung im Klimawandel, intelligente Anpassungsmaßnahmen, die Nutzung von Synergien und die Steigerung der Resilienz.
Mit zahlreichen Praxisbeispielen, innovativen Projekten und intensiven Diskussionen bot die Tagung erneut eine Plattform für Austausch und Vernetzung. Marian Rappl zog ein positives Fazit: „Die bayerische Wasserwirtschaft stellt sich entschlossen den Herausforderungen – mit technischer Innovation, guter Zusammenarbeit und klarer strategischer Orientierung. Unsere Fachtagung bleibt ein zentraler Treffpunkt, um gemeinsam Wissen zu teilen, Probleme zu lösen und die Zukunft der Wasserversorgung aktiv zu gestalten.“
Foto 1: Die Politik zu Gast bei der Fachtagung Wasser 2026 des VBEW: Thorsten Glauber (Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, Mitte), Heiko Peckmann, (Geschäftsführer Stadtwerke Rosenheim, links) und Marian Rappl (Hauptgeschäftsführer VBEW,rechts); Bildnachweis: VBEW
Foto 2: Podiumsdiskussion mit Mitgliedern des Bayerischen Landtags: Christian Hierneis, Bündnis 90/Die Grünen (2.v.l.), Marina Jakob, Freie Wähler (Mitte), Alexander Flierl, CSU (2.v. r.), Markus Rauh, VBEW-Vorstandsmitglied und Verbandsdirektor der Fernwasserversorgung Oberfranken (links), Ann-Kathrin Behnisch, Stv. Geschäftsführerin VBEW, (rechts)
Foto 3: Gut besucht: 120 Teilnehmende bei der Fachtagung Wasser 2026 des VBEW (Bildnachweis: VBEW)
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