10.07.26

Energie- und Wasserwirtschaft fordert Verlässlichkeit, Resilienz und Investitionssicherheit

Die Energie- und Wasserwirtschaft ist bereit, Milliarden in die Transformation und den Schutz kritischer Infrastruktur zu investieren. Voraussetzung sind jedoch verlässliche politische Rahmenbedingungen, Investitionssicherheit und ein stärkerer Schulterschluss zwischen Staat und Branche. Diese Forderung erhoben rund 300 Entscheidungstragende aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Sicherheitsbehörden bei den ersten Bayerischen Energie- und Wassertagen in Regensburg. 

Mit dem neuen Kongressformat haben der Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft (VBEW) und die DVGW Landesgruppe Bayern am 8. und 9. Juli 2026 im marinaforum Regensburg eine gemeinsame Plattform für den Austausch über die zentralen Zukunftsfragen der Energie- und Wasserversorgung geschaffen. Im Mittelpunkt standen die Herausforderungen der Transformation, die Finanzierung notwendiger Infrastrukturinvestitionen sowie die Resilienz kritischer Versorgungsstrukturen. 

 

Planungssicherheit für die Energiewende schaffen 

In seiner Eröffnungsrede formulierte Klaus Steiner, Vorsitzender des VBEW, die Erwartungen der Energie- und Wasserwirtschaft an die Politik. Der Verband warnte davor, den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien und den Ausbau der Netzinfrastruktur voneinander zu entkoppeln. EEG-Novelle und Netzpaket müssten gemeinsam gedacht werden, damit die Energiewende erfolgreich umgesetzt werden könne. 

„Die Energie- und Wasserwirtschaft steht bereit, Milliarden in die Transformation zu investieren. Was sie dafür braucht, sind verlässliche Rahmenbedingungen statt permanenter Unsicherheit. Ohne Planungssicherheit wird die Energiewende ausgebremst“, betonte Steiner. 

Der VBEW fordert den Bund auf, rechtzeitig vor Inkrafttreten des EEG 2027 für Investitions- und Planungssicherheit zu sorgen. Dazu gehören die gesetzliche Verankerung zusätzlicher 10 Gigawatt Windenergie an Land, eine befristete Süd-Quote von 30 Prozent sowie ein praxistauglicher Übergang zur Direktvermarktung. Gleichzeitig müsse sichergestellt werden, dass Netzausbau, Netzanschlüsse, Erzeugungskapazitäten und Finanzierung künftig deutlich besser aufeinander abgestimmt werden. 

Zugleich mahnte Steiner eine weitere Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren an. Nur wenn Infrastrukturprojekte deutlich schneller realisiert werden könnten, ließen sich die energie- und klimapolitischen Ziele erreichen. 

 

Schutz kritischer Infrastruktur braucht einen Sicherheitspakt Bayern 

Ein weiterer Schwerpunkt der Bayerischen Energie- und Wassertage war die Sicherheit kritischer Infrastrukturen. Angesichts zunehmender Cyberangriffe, Sabotagegefahren und wachsender geopolitischer Risiken forderten die Teilnehmenden einen deutlich stärkeren Schulterschluss zwischen Staat, Sicherheitsbehörden und Betreibern kritischer Infrastruktur. 

Der VBEW erneuerte in diesem Zusammenhang seinen Vorschlag für einen „Sicherheitspakt Bayern“. Dieser soll klare Zuständigkeiten zwischen Bund, Land und Unternehmen schaffen, den Informationsaustausch mit Sicherheitsbehörden institutionalisieren und einen verlässlichen finanziellen sowie regulatorischen Rahmen für Resilienzinvestitionen gewährleisten. 

„Wer Versorgungssicherheit fordert, muss auch Resilienz ermöglichen. Kritische Infrastruktur kann nur dann wirksam geschützt werden, wenn Verantwortung, Finanzierung und Zuständigkeiten gemeinsam geregelt werden. Sicherheit darf nicht zur alleinigen Aufgabe der Unternehmen werden“, erklärte Steiner. 

Der Verband betonte, dass Investitionen in die Sicherheit und Widerstandsfähigkeit der öffentlichen Daseinsvorsorge eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sind. Resilienzmaßnahmen dürften daher nicht allein von den Betreibern kritischer Infrastruktur finanziert werden. 

 

Aiwanger und Glauber setzen politische Akzente 

Die hohe Bedeutung der Veranstaltung wurde durch die Teilnahme zweier Mitglieder der Bayerischen Staatsregierung unterstrichen. Der bayerische Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Hubert Aiwanger, positionierte sich auf dem Kongress mit einer energiepolitischen Grundsatzrede. Er betonte, dass die energiepolitischen Rahmenbedingungen stärker an Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit ausgerichtet sein sollen. Beim Festabend richtete der bayerische Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, Thorsten Glauber, ein Grußwort an die Teilnehmenden. Er bekräftigte die Notwendigkeit des Schulterschlusses zwischen Branche, Politik und Verwaltung, da die Zukunftsaufgaben nur gemeinsam bewältigt werden können. 

Die Bayerischen Energie- und Wassertage 2026 machten deutlich: Die Energie- und Wasserwirtschaft ist bereit, Verantwortung für Transformation, Versorgungssicherheit und Resilienz zu übernehmen. Jetzt sind Politik und Gesetzgeber gefordert, die notwendigen Rahmenbedingungen für Investitionen, den Ausbau der Infrastruktur und den Schutz kritischer Versorgungsstrukturen zu schaffen. 

„Die Energie- und Wasserwirtschaft ist bereit, ihren Beitrag zu leisten. Jetzt muss die Politik die Voraussetzungen schaffen, damit Investitionen nicht ausgebremst, sondern ermöglicht werden“, so das Fazit des VBEW-Vorsitzenden Klaus Steiner.

 

 

v.l.n.r.n: Marian Rappl (VBEW), Hubert Aiwanger, Robert Scherer (DVGW)

 

VBEW-Vorstandsvorsitzender Klaus Steiner

 

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