Wasserkraft - Rückgrat der Energiewende, des Hochwasserschutzes und der Versorgungssicherheit in Bayern.
Beim Neujahrsempfang der VBEW-Initiative „Wasserkraft – Ja bitte!“ wurde deutlich, warum Wasserkraft unverzichtbar für Energiewende, Hochwasserschutz und Versorgungssicherheit ist – und was es jetzt braucht, um ihr Potenzial ohne unnötige Bürokratie zu entfalten.
Die bayerische Wasserkraft ist ein zentraler Baustein für eine sichere, bezahlbare und klimaneutrale Energieversorgung sowie für den Hochwasserschutz. Diese Botschaft stand im Mittelpunkt des diesjährigen Neujahrsempfangs des Verbands der Bayerischen Energie‑ und Wasserwirtschaft e. V. (VBEW), zu dem die Initiative „Wasserkraft – Ja bitte!“ Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Verbänden und der Energiewirtschaft nach München eingeladen hatte.
Bayern ist unbestritten das Land der Wasserkraft: Rund 20 Prozent der bayerischen Bruttostromerzeugung stammen aus Wasserkraft – bundesweit sind es weniger als fünf Prozent. Mit etwa 4.200 Wasserkraftanlagen befinden sich rund 60 Prozent aller deutschen Anlagen im Freistaat. Die Spannbreite reicht von kleinen dezentralen Anlagen bis hin zu großen Lauf‑ und Pumpspeicherkraftwerken. Damit ist die Wasserkraft nach der Photovoltaik die wichtigste erneuerbare Stromquelle in Bayern und ein unverzichtbarer Bestandteil einer resilienten Energieversorgung.
VBEW‑Hauptgeschäftsführer Marian Rappl hob die besondere Rolle der Wasserkraft im Energiesystem hervor: „Wasserkraft ist in Bayern eine tragende Säule der Energiewende. Sie liefert effizient und verlässlich erneuerbaren Strom, sorgt für Systemstabilität und regionale Wertschöpfung und verbindet Klimaschutz unmittelbar mit Hochwasserschutz und ökologischer Verantwortung.“
Zum Auftakt des Abends betonte Dr. Christian Scharpf, Wirtschaftsreferent der Landeshauptstadt München, in seinem Grußwort die große Bedeutung der Wasserkraft für Kommunen und Stadtwerke. Als Vertreter einer Stadt mit zahlreichen eigenen Wasserkraftanlagen – insbesondere der Stadtwerke München – unterstrich er die Verantwortung, bestehende Anlagen zu modernisieren und ihren Beitrag zu Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Nachhaltigkeit langfristig zu sichern.
Im fachlichen Impuls machte Georg Loy, Vorsitzender des VBEW‑Ausschusses Wasserkraft, deutlich, dass die Branche handwerklich, technisch und wissenschaftlich orientiert und damit konsequent faktenbasiert auf Lösungen ausgerichtet ist – bei der Stromerzeugung ebenso wie beim Hochwasserschutz, beim Artenschutz und bei der notwendigen Klimafolgenanpassung. Wasserkraftanlagen seien integraler Bestandteil wirksamer Hochwasserschutzkonzepte, da Wehre, Deiche und Dämme eine sichere Abfuhr auch von Extremhochwässern gewährleisten. Zugleich kritisierte Loy deutlich die immer komplexeren und langwierigen Genehmigungsverfahren, die durch überbordende Dokumentations‑, Ausgleichs‑ und Prüfpflichten oftmals massiv verzögert würden und dringend reformiert werden müssten.
Ein weiterer Schwerpunkt des Abends war der Bürokratieabbau. Walter Nussel, Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für Bürokratieabbau, machte deutlich, dass der überragenden Bedeutung von Energiewende, Versorgungssicherheit und Hochwasserschutz nur dann Rechnung getragen werden könne, wenn Verfahren spürbar beschleunigt, Anforderungen besser gebündelt und Entscheidungsprozesse klarer strukturiert werden. Der Anspruch, Bürokratie abzubauen, müsse sich messbar in kürzeren Verfahrensdauern und verlässlichen Entscheidungen widerspiegeln.
Der VBEW forderte deshalb eine konsequente Entbürokratisierung und eine praxisnahe Reform der Planungs‑ und Genehmigungsverfahren. Marian Rappl betonte abschließend: „Die Wasserkraftbranche ist bereit, ihren Beitrag weiter auszubauen – durch Effizienzsteigerungen im Bestand, Investitionen in Speicher‑ und Pumpspeicherkraftwerke sowie durch zusätzliche Maßnahmen für Natur‑ und Artenschutz. Was uns dabei bremst, ist jedoch nicht der mangelnde Wille, sondern eine immer weiter ausufernde Bürokratie. Wir brauchen deutlich schnellere, einfachere und rechtssichere Genehmigungsverfahren, klare Zuständigkeiten und realistische naturschutzrechtliche Anforderungen. Wenn Energiewende, Versorgungssicherheit und Hochwasserschutz politisch gewollt sind, dann müssen sie sich endlich auch konsequent in der Verwaltungspraxis widerspiegeln.“
Der Neujahrsempfang des VBEW machte deutlich: Wasserkraft steht nicht im Gegensatz zum Naturschutz, sondern ist ein unverzichtbarer Teil der Lösung für die energie‑, klima‑ und gesellschaftspolitischen Herausforderungen in Bayern – vorausgesetzt, politische Zielsetzungen werden durch deutlich weniger Bürokratie wirksam unterstützt.
Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e.V. - VBEW
Kommunikation
Wilhelm-Wagenfeld-Straße 4
80807 München
Tel. 089 / 38 01 82-45
Fax 089 / 38 01 82-29
E-Mail: vbew@vbew.de
Internet: http://www.vbew.de




































