28.05.26

Mustervertrag für Wärmenetze: Kommunen und Versorger stärken Wärmewende vor Ort

Der Bayerische Gemeindetag, der Bayerische Städtetag und der Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft (VBEW) haben am 28. Mai 2026 eine Vereinbarung über einen neuen Muster-Gestattungsvertrag für die Wärmeversorgung vor Ort unterzeichnet. Das Vertragsmuster richtet sich an bayerische Kommunen und Wärmeversorger und schafft eine einheitliche und praxistaugliche Grundlage für den Ausbau von Wärmenetzen in den öffentlichen Verkehrswegen der bayerischen Städte und Gemeinden.

 

Der neue Muster-Gestattungsvertrag leistet einen wichtigen Beitrag zur laufenden Energie- und Wärmewende. Er gibt den Städten und Gemeinden sowie den Wärmeversorgern Orientierung und Rechtssicherheit. Gegenstand der kommunalen Wärmeplanung ist eine systematische Erfassung der Potenziale und Bedarfe der lokalen Wärmeerzeugung und -versorgung mit dem Ziel, zu einer kosteneffizienten, nachhaltigen, resilienten und treibhausgasneutralen Wärmeversorgung beizutragen. Die Kommunen ermitteln dabei auch die Potenziale zentraler Wärmenetzlösungen.

 

„Die Wärmewende findet vor Ort statt. Kommunen brauchen dafür verlässliche, praxistaugliche Rahmenbedingungen. Mit dem neuen Muster-Gestattungsvertrag erhalten unsere Städte und Gemeinden eine wichtige Unterstützung, um die kommunale Wärmeplanung jetzt zügig und rechtssicher umzusetzen“, betont der Direktor des Bayerischen Gemeindetags, Hans-Peter Mayer.

 

Entstanden ist der Mustervertrag in einem partnerschaftlichen Dialog auf Augenhöhe zwischen den bayerischen Verbänden der Kommunen und der Energiewirtschaft. Ziel war es, die unterschiedlichen Interessen fair auszutarieren und praxistaugliche Lösungen zu entwickeln, die sowohl den kommunalen Belangen als auch den Anforderungen der Wärmenetzbetreiber gerecht werden.

 

„Gerade in der aktuellen Phase des Umbruchs ist eine enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Versorgern entscheidend. Der gemeinsam erarbeitete Mustervertrag schafft Klarheit, reduziert Aufwand und erleichtert die Umsetzung zukunftsfähiger Wärmelösungen in unseren Städten“, erklärt Johann Kronauer, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Bayerischen Städtetags.

 

Der Mustervertrag ermöglicht künftig unbürokratische und zügige Vertragsabschlüsse. Er reduziert den rechtlichen und administrativen Aufwand auf beiden Seiten und bietet insbesondere in der anspruchsvollen Phase der kommunalen Wärmeplanung wertvolle Unterstützung.

 

„Mit dieser Vereinbarung zu den Wärmenetzen haben sich der Bayerische Gemeindetag, der Bayerische Städtetag und der VBEW jetzt für alle Versorgungssparten in öffentlichen Verkehrswegen der bayerischen Kommunen auf einen Mustervertrag verständigt. Bayern verfügt damit für die Verlegung von Leitungen der zentralen Sparten – Strom, Gas, Wärme und Wasser – in Straßen, Wegen und Plätzen über zwischen Kommunen und Versorgern gemeinsam abgestimmte Regelungen. Das ist ein starkes Zeichen für eine verlässliche und partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Versorgern im Sinne der Daseinsvorsorge, Energie- und Wärmewende sowie für die Klimaanpassung in Bayern“, erklärt Florian Mattner, Hauptgeschäftsführer beim VBEW.

 

Mit einem Gestattungsvertrag gewährt die jeweilige Kommune einem Wärmeversorger die Nutzung ihrer Verkehrswege im Gemeindegebiet, damit dieser dort Wärmeversorgungsnetze errichten und betreiben kann – also jene Leitungen, über die Haushalte und Betriebe zuverlässig mit Wärme versorgt werden.

 

Nach erfolgreicher Vertragsunterzeichnung: VBEW-Hauptgeschäftsführer Florian Mattner und Referentin Energiepolitik und Kommunikation Lea Brost.

 

Weitere Informationen:

Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e.V. - VBEW
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