13.02.18

Dieseldebatte: Lieber in die Zukunft investieren

Der Bayerische Vorstoß einer Diesel-Förderung geht in die völlig falsche Richtung. Die von der Bayerischen Landesregierung gemeinsam mit dem Land Niedersachsen ins Gespräch gebrachte Prämie für Dieselfahrzeuge ist kontraproduktiv. Statt den Absatz von Diesel zu fördern, sollte sich die Politik lieber konsequent für alternative Antriebe einsetzen. Durch einen zukunftstechnologischen Ansatz können schnelle und nachhaltige Erfolge für die Luftreinhaltung erzielt werden.

Die deutsche Autoindustrie brummt; 2017 feierten die Hersteller erneute Absatzrekorde. Doch bei alternativen Antrieben hinkt Deutschland im Europavergleich hinterher. „Wir müssen unsere Anstrengungen darauf richten, den Autofahrern die Alternativen zum Öl schmackhaft zu machen“, betont Detlef Fischer, Geschäftsführer des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e.V. -VBEW. Das sei zielführender als öffentliches Fördergeld mit Benzin und Diesel sinnlos zu verbrennen. „Absatzförderung für konventionelle Fahrzeuge ist die ureigenste Aufgabe der Hersteller – öffentliches Geld sollte es nur für Antriebe geben, die langfristig zukunftsfähig sind und damit einen echten Beitrag für das Gemeinwohl bringen“, so Fischer.

Besonders schnell könne die Verbreitung schadstoffarmer Antriebe durch CNG-/ Erdgas-Fahrzeuge erfolgen: „Ein CNG-/Erdgas-Fahrzeug fährt sich wie konventionelles Fahrzeug; es hat Reichweiten wie diese und auch beim Tanken muss sich der Fahrer nicht umstellen. Selbst die Preise für die Fahrzeuge liegen meist auf dem Niveau der Dieselmodelle. Kurz: Es gibt keinen alternativen Antrieb, bei dem sich der Autofahrer weniger umstellen muss. Durch den Einsatz von Biomethan können wir kurzfristig große Erfolge bei der Verbreitung regenerativer Energieträger im Verkehr erzielen“, hebt Juliane Gött, Vorsitzende des Landesinitiativkreis ErdgasMobilität Bayern, hervor. Doch mit Förderprogrammen für Dieselfahrzeuge würde der Staat zukunftsfähige Antriebe ausbremsen und die gerade steigende Nachfrage nach Alternativen zu Benzin und Diesel wieder abwürgen. Gött: „Wir fordern Technologieoffenheit bei der Förderung sowie Umstiegsprämien - und dass die Umweltauswirkungen im Fokus stehen.“ Dazu gehöre, dass CNG-Fahrzeuge die gleichen Förderbedingungen bekommen wie elektrifizierte Autos. Wer heute einen Benziner oder Diesel fährt, solle sich entscheiden, ob er auf ein Elektroauto oder ein CNG-Auto umsteigt. Denn der beste Motor ist der, bei dem Schadstoffe nicht herausgefiltert werden müssen, weil sie gar nicht erst entstehen. Er solle aber auf keinen Fall demnächst mit einem staatlich geförderten neuen Diesel oder Benziner vom Hof des Autohändlers rollen.

Wirksame Taten statt Worte – München ist bisher schlechtes Beispiel

Besonders mit Blick auf die Städte, die wegen deutlicher Überschreitungen der Stickoxid-Grenzwerte vor gerichtlich angeordneten Fahrverboten und Strafen im Rahmen von EU-Verfahren stehen, ergänzt Fischer: „Es ist höchste Zeit, dass sich die Kommunen für Alternativen zu Benzin- und Diesel-Fahrzeugen stark machen, die schnell Wirkung zeigen. Eine einseitige Ausrichtung auf Elektromobilität wie zum Beispiel in München greife aber zu kurz für Verbesserungen der Luftqualität.“„Wer sich nicht für das CNG-Auto als Alternative stark macht, behindert Klimaschutz und Luftreinhaltung“, stellt Gött mit Blick auf München und die bayerische Staatsregierung fest.

CNG – der schnelle Weg zum schadstoffarmen Autofahren

CNG ist gasförmiges Methan. Es kann aus regenerativen Quellen wie Stroh oder Wind- und Solarstrom produziert werden. Methan ist auch der Hauptbestandteil von Erdgas. Der Anteil von regenerativem Methan an den CNG-Tankstellen liegt bayernweit bei knapp 20 Prozent. An vielen Tankstellen kann aber auch CNG mit 50 oder 100 Prozent regenerativem Anteil getankt werden. Der CNG-Motor ist der einzige Verbrennungsmotor, der bereits heute 100 Prozent regenerativ unterwegs sein kann. Außerdem hat er gegenüber Benzin und Dieselmotoren deutliche Vorteile bei den Feinstaub- und Stickoxid-Emissionen. Werden CNG-Fahrzeuge mit Erdgas betankt, sinken die CO2-Emissionen um rund 20 Prozent und liegen in etwa auf dem gleichen Niveau wie bei Elektroautos, die mit konventionellem Strom geladen wurden. Beim Einsatz von regenerativem Biomethan ist ein CNG-Auto dann genauso klimaschonend unterwegs wie ein Elektroauto, das mit Regenerativstrom geladen wird.

Eine echte Alternative: alltagstauglich, wirtschaftlich und am Markt verfügbar

Die Produktpalette an CNG-Fahrzeugen ist deutlich gewachsen und auch für 2018 sind interes­sante neue Modelle angekündigt. Vom Kleinwagen für die Stadt über klassische Limousinen bis zum LKW reicht die Palette. Für Gewerbe, Familie und Hobby bieten Transporter aller Gewichtsklassen und Kombis wie Opel Astra Sports Tourer, Skoda Oktavia Combi oder VW Golf Variant sowie die klassischen Vans wie Opel Zafira, Fiat Doblo oder VW Caddy ordentlich Platz. Und mit dem Audi A4 Avant gibt es mittlerweile sogar einen CNG-Kombi, der im ICE-Tempo unterwegs sein kann. Wer es noch sportlicher mag, wählt mit dem Audi A5 Sportback ein Coupé mit CNG-Motor. Im Alltag unterscheiden sich die klimaschonenden Modelle kaum von den konventionellen Fahrzeugen: Sie liegen bei Reichweite und Kofferraumvolumen auf ähnlichem Niveau. ADAC, TÜV und Feuerwehr bestätigen, dass die Sicherheit genauso hoch wie bei konventionellen Fahrzeugen ist. An der Tankstelle jedoch freut sich der CNG-Fahrer über die deutlich niedrigeren Kraftstoffkosten sofort.

Medienkontakt:
Birgit Maria Wöber

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CNG-Mobilität in Bayern

Der "Landesinitiativkreis ErdgasMobilität Bayern", ein Zusammenschluss von bayerischen Ener­gieversorgern, hat sich zum Ziel gesetzt, Fahrzeuge mit CNG-Antrieb als klimaschonende, wirt­schaftliche und zukunftsweisende Alternative bekannt zu machen, damit die Zahl der CNG-Fahr­zeuge auf Bayerns Straßen weiter zunimmt. Der LIK Bayern sieht seine Aufgabe in der aktiven Imagebildung und Steigerung der Bekanntheit sowie der Förderung der regionalen Vermarktung von CNG aus Erdgas, Biomethan und Methan aus Ökostrom als Kraftstoff in Bayern.

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