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Zeitvariable Netzentgelte nach § 14a EnWG (Modul 3): Kalkulation, Prozesse und Abrechnung sicher umsetzen

Details
  • Webinar
  • Mittwoch, 09. Dezember 2026
  • 09:30 - 16:30
  • 390,00 € p.P. zzgl. MwSt. (für Mitglieder)
    540,00 € p.P. zzgl. MwSt. (für Nichtmitglieder)
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Seit dem 01.04.2025 müssen Netzbetreiber für steuerbare Verbrauchseinrichtungen ein zeitvariables Netzentgelt nach Modul 3 anbieten und abrechnen. Viele haben das bis heute nicht vollständig umgesetzt. Erfahren Sie, wie Sie Modul 3 kalkulieren, transparent ausweisen und prozesssicher in Marktkommunikation und Abrechnung umsetzen. Zugleich blicken wir auf Bestandsfälle und die Netzentgeltreform AgNes ab 2029.

Ihr Nutzen

Die wachsende Zahl steuerbarer Verbrauchseinrichtungen mit intelligentem Messsystem stellt Netzbetreiber vor kalkulatorische und prozessuale Aufgaben, die sich unmittelbar auf Preisblatt, IT-Systeme und Abrechnung auswirken. Wer Modul 3 nicht oder nur unvollständig anbietet, riskiert Beschwerden, Aufsichtsverfahren und Zwangsgelder.

Im Seminar erläutern wir, welche Vorgaben der Festlegung BK8-22/010-A ein zeitvariables Netzentgelt erfüllen muss: von der Kalkulation der drei Tarifstufen (Hochtarif, Standardtarif, Niedrigtarif) über die Bemessung des Hochtarifs anhand einer Vergleichsrechnung auf Basis des Standardlastprofils bis zur transparenten Ausweisung auf dem Preisblatt. An einem Rechenbeispiel kalkulieren Sie die Tarifstufen selbst.

Dabei wird deutlich, wie sich Modul 3 strukturell von klassischen HT/NT-Zweitarifsystemen unterscheidet und warum gerade das Nebeneinander beider Zeitlogiken, etwa bei der Konzessionsabgabe, Systeme und Marktkommunikation an ihre Grenzen bringt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Bestandsfällen und Modulwechseln: Anhand konkreter Fälle zeigen wir, wo Wechselwirkungen in Marktkommunikation, Abrechnung und Erlösobergrenze entstehen und wie Sie diese steuern. Zum Abschluss ordnen wir ein, was die Reform AgNes ab 2029 für Modul 3 bedeutet.

Inhalt

Regulatorischer Rahmen und aktueller Umsetzungsstand

  • Rechtsgrundlage § 14a EnWG und Festlegungen BK6-22-300 (netzorientierte Steuerung) und BK8-22/010-A (Netzentgelte)
  • Systematik der drei Module
  • Voraussetzungen: Modul 3 nur ergänzend zu Modul 1, mit intelligentem Messsystem, ohne registrierende Leistungsmessung
  • Umsetzungsstand in der Branche und Durchsetzung durch die BNetzA

Kalkulation und Ausweisung der zeitvariablen Netzentgelte

  • Drei Tarifstufen: Hochtarif, Standardtarif, Niedrigtarif
  • Rahmenvorgaben zu Preisspreizung, Zeitfenstern und Mindestdauern
  • Bemessung des Hochtarifs
  • Quartalslogik und saisonale Ausgestaltung
  • Netzgebietseinheitliche Festlegung und Ausweisung im Preisblatt nach § 20 Abs. 1 EnWG
  • Praxisübung: Kalkulation der Tarifstufen an einem Musternetz

Prozesse und Systemtechnik

  • Rollenmodell Netzbetreiber, Messstellenbetreiber, Lieferant
  • Anmeldung und Modulwahl in GPKE und WiM, Bestellung beim Messstellenbetreiber
  • Tarifanwendungsfälle und Konfigurationsprodukte
  • Schnittstellen zum Lieferantenwechsel in 24 Stunden
  • Zwei Zeitlogiken an einer Marktlokation: Modul 3 und Konzessionsabgabe
  • IT-Integration und Automatisierungsgrad

Abrechnung der zeitvariablen Netzentgelte

  • Tarifstufenscharfe Abrechnung auf Basis von Viertelstundenwerten
  • Netznutzungsabrechnung über den Lieferanten
  • Unterjährige Fälle bei An-, Ab- und Ummeldung
  • Umgang mit Ersatzwerten und Korrekturen

Bestandsfälle, Modulwechsel und Erlösobergrenze

  • Übergangsregelungen für Bestandsanlagen bis 31.12.2028
  • Sonderstellung von Nachtstromspeicherheizungen
  • Modulwechsel, z. B. von Modul 2 zu Modul 1 + 3
  • Auswirkungen auf Erlösobergrenze und Regulierungskonto
  • Fallbeispiel: Ein Kunde wechselt Modul und Lieferanten im laufenden Jahr

Ausblick und Transfer

  • Reform AgNes: Netzentgeltsystematik ab 2029 und Weiterentwicklung von Modul 3
  • Umsetzungs-Check: Wo steht Ihr Unternehmen?
  • Diskussion und Erfahrungsaustausch

Zielgruppe

Das Seminar richtet sich an Geschäftsführer sowie Führungs- und Fachkräfte von Verteilnetzbetreibern, insbesondere aus den Bereichen:

Netzwirtschaft, Netzentgeltkalkulation und Regulierungsmanagement

Marktkommunikation, Messstellenbetrieb und Prozessmanagement

Abrechnung und Netznutzungsabrechnung

Technische Voraussetzungen

Das Webinar wird über Microsoft Teams durchgeführt. Für eine optimale Nutzung empfehlen wir die Teilnahme über die Microsoft-Teams-App auf Ihrem Computer, Tablet oder Smartphone. Alternativ können Sie auch über einen aktuellen Webbrowser teilnehmen, ohne die App zu installieren. Wenn Sie sich aktiv an Diskussionen beteiligen oder Fragen stellen möchten, benötigen Sie ein Mikrofon. Sollte eine Teilnahme über Computer oder Mobilgerät nicht möglich sein, können Sie sich alternativ telefonisch in das Webinar einwählen.

Dozierende

Dipl.-Ing. Theodor Baumhoff
ifed Institut für Energiedienstleistungen GmbH


Der Dozent verfügt über langjährige Erfahrung in der Energiewirtschaft und hat schon häufig zu komplexen Themen leicht verständlich mit großem Erfolg vorgetragen. Nutzen Sie die Gelegenheit zum intensiven Erfahrungsaustausch mit dem Dozenten und den Kolleg*innen.
 

Ablauf

Technikcheck und Meeting-Zugang ab 09:00 Uhr
Begrüßung und offizieller Beginn 09:30 Uhr
Kurze Kaffeepause am Vormittag
Mittagspause 12:30 – 13:30 Uhr
Kurze Kaffeepause am Nachmittag
Veranstaltungsende gegen 16:30 Uhr

Anmeldung

Anmeldung bitte bis spätestens 02.12.2026

Den Link zum Webinar erhalten Sie eine Woche vor der Veranstaltung.

Die Stornobedingungen finden Sie im Anmeldeformular auf unserer Homepage.

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