Energiepolitsche Positionen > Stromerzeugung und Gasgewinnung

10. Durch verbrauchernahe Stromerzeugung heimische Wertschöpfung und Arbeitsplätze erhalten

Der in Bayern verbrauchte Strom wird derzeit vollständig in bayerischen Kraftwerken erzeugt. Es ist das erklärte Ziel der Bayerischen Staatsregierung, dass dies auch zukünftig so bleiben soll. Die bayerische Energiewirtschaft unterstützt diese Aufgabestellung uneingeschränkt.

Bayern hat unter dieser Prämisse schon in wenigen Jahren Bedarf an neuen Kraftwerken. Die Politik muss deshalb Rahmenbedingungen schaffen, die eine wirtschaftliche Stromerzeugung in Bayern ermöglichen und die Erzeugungsstandorte in Bayern erhalten.

Wer Wohlstand, Arbeitsplätze, Wirtschaftswachstum und Steuereinnahmen in Bayern und Gestaltungsmöglichkeiten bei der Stromversorgung haben will, muss die Kraftwerke verbrauchernah in Bayern haben.

Die heimische Stromerzeugung vermindert Übertragungsverluste, reduziert den Bedarf an Stromleitungen und vermeidet die Transportrisiken weiträumiger Stromübertragungen.

Stromimporte in erheblichem Umfang aus dem Ausland sind keine Lösung für die Deckung unseres Energiebedarfs. Die Stromerzeugung ist eine Kernaufgabe der eigenen Volkswirtschaft. Die umweltfreundliche und sichere Stromerzeugung in unserem Bundesland darf nicht durch weniger nachhaltige Erzeugung in ausländischen Kraftwerken verdrängt werden. Um Preis- und Versorgungsrisiken zu vermeiden, dürfen wir uns nicht in eine wachsende Abhängigkeit von Stromeinfuhren begeben.

Die anstehenden Investitionen steigern durch hochmoderne Anlagen die Energieeffizienz und den Klimaschutz. Die Politik ist deshalb gefordert, Investitionshemmnisse durch langwierige Genehmigungsverfahren für den Ausbau und die Modernisierung des Kraftwerksparks zu beseitigen.

Eine sinnvolle Erweiterung der bestehenden Energieinfrastruktur durch dezentrale Energieerzeugung verringert die Importabhängigkeit, fördert den Ausbau des Anteils erneuerbarer Energien und leistet einen Beitrag zur Erhöhung der Energieeffizienz. Die Erzeugung in der Region führt zu Wertschöpfung und Arbeitsplätzen in der Region. Um die Kosteneffizienz auch in diesem Bereich zu erhöhen, ist der Übergang zu größeren Anlageneinheiten notwendig. Perspektivisch müssen sich die häufig durch das EEG und KWK-G geförderten Anlagen am Markt behaupten.

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11. Breiter Erzeugungsmix mit Kernenergie schafft Sicherheit und schont das Klima (in Überarbeitung)

Mit einem Anteil von 65 Prozent leistet die Kernenergie den größten Beitrag zur Deckung des Stromverbrauchs in Bayern, gefolgt von der Wasserkraft mit über 16 Prozent und den anderen erneuerbaren Energien. Die Stromerzeugung aus Erdgas liefert einen Beitrag von rund 9 Prozent. Die Nutzung der Kernenergie verringert die CO2-Emissionen in Bayern gegenüber einer Erzeugung aus Kohle um fast 50 Mio. Tonnen im Jahr. Die entsprechend dem Ausstiegsszenario anstehende Abschaltung der bayerischen Kernkraftwerke ab 2012 würde eine Erzeugungslücke in Bayern hinterlassen und die bislang hervorragende CO2-Bilanz der bayerischen Stromerzeugung deutlich verschlechtern.

Der VBEW unterstützt das Ziel der Bayerischen Staatsregierung, die Laufzeiten der bayerischen Kernkraftwerke zu verlängern. Die Abkehr zum gegenwärtigen Zeitpunkt von der Kernenergie ist mit energiepolitischen, ökologischen und ökonomischen Zielsetzungen nicht vereinbar. Die durch einen Ausstieg entstehende Erzeugungslücke kann durch die erneuerbaren Energien in den nächsten 20 Jahren nicht gefüllt werden. Die Stromerzeugung aus Kernenergie fördert die Versorgungssicherheit, macht uns von teuren Energieimporten unabhängiger und verlangsamt den rapiden Abbau unserer fossilen Energiereserven.

Vereinbarungen über Rahmenbedingungen einer Laufzeitverlängerung sollten dabei wettbewerbsneutral gestaltet sein. Etwaige Fördermittel oder Marktanreizprogramme, die aus einer Laufzeitverlängerung resultieren, müssen allen Unternehmen der Branche gleichermaßen offen stehen.

Kerntechnische Sicherheit muss wie bisher höchste Priorität haben. Politische und gesellschaftliche Widerstände gegen den Weiterbetrieb der Kernkraftwerke und der Stillstand bei der Endlagersuche müssen im gesellschaftlichen Dialog aufgelöst werden. Um die Planungssicherheit für die bayerische Elektrizitätswirtschaft sicherzustellen, kann die Beantwortung der Laufzeit- und Endlagerfrage nicht weiter hinausgeschoben werden.

Versorgungssicherheit ist ein Standortvorteil mit unschätzbarem Wert für unsere Wirtschaft. Diesen Vorteil dürfen wir nicht aufgeben.

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12. Beschaffungsbasis für Erdgas ausbauen

Durch die Anbindung an die großen internationalen Transportrouten sowie der in Bayern vorhandenen Untertagespeicherkapazitäten stehen Bayern ausreichend Lieferquellen zur Verfügung. Aufgrund des europaweit prognostizierten weiteren Anstiegs des Erdgasbedarfes und der zurückgehenden Förderung innerhalb der EU ist eine weitere Diversifizierung der Erdgasquellen notwendig, um die Abhängigkeit von einzelnen Förderländern wie Russland nicht weiter zu erhöhen.

Durch langfristige Bezugsverträge mit leistungsfähigen Erdgaslieferanten und stabilen Lieferbeziehungen sollen die Erdgasquellen weiter diversifiziert werden und so eine zuverlässige Beschaffungsbasis geschaffen werden. Der Aufbau ergänzender Infrastruktur (Pipeline, Untertagespeicher) ist erforderlich.

Lieferschwankungen und -unterbrechungen wie zuletzt im Winter 2008/09 können erforderlichenfalls dank der guten Integration des bayerischen Erdgasnetzes in das Fernleitungsnetz aus anderen Quellen ausgeglichen werden.

Die Kapazität an Erdgasspeichern, die in Bayern und Deutschland im europäischen Vergleich sehr hoch ist und fast einem Viertel des Jahresverbrauchs entspricht, erhöht die Versorgungssicherheit weiter. Eine staatlich organisierte Gasreserve ist nicht hilfreich, da die Bevorratung von Erdgas durch die Versorger wirtschaftlicher und effektiver organisiert werden kann und die deutsche Gaswirtschaft bereits über die europaweit größten Speicherkapazitäten verfügt.

Verflüssigtes Erdgas wird künftig für die Versorgung wichtiger werden, aber auch zu Kostensteigerungen führen.

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