Energiepolitsche Positionen > Energiemarkt

25. Strom- und Gasmarkt sind europäische Wettbewerbsmärkte

Die Förderung des Wettbewerbs in der Energiewirtschaft ist eines der erklärten Ziele des VBEW.

Seit 1998 hat sich die Stromversorgung im Wettbewerb zu einem dynamischen und kundenorientierten Wirtschaftssektor entwickelt. Privatkunden wie Unternehmen können heute aus vielen Angeboten frei wählen. Die Erdgaswirtschaft hat die Voraussetzungen für einen diskriminierungsfreien Wettbewerb geschaffen. Die Entwicklung des Marktes hat gute Fortschritte gemacht, was auch an dem zunehmenden Lieferantenwechsel bei Erdgaskunden erkennbar ist.

Markt und Wettbewerb bedeuten Preisbildung nach Angebot und Nachfrage. Wettbewerb kann daher nicht nur sinkende Preise hervorrufen. Marktwidrige Eingriffe beispielsweise schon bei geringen Preisunterschieden der Anbieter durch Gesetzgeber und Behörden verzerren den Wettbewerb und behindern das Greifen der Wettbewerbsmechanismen. Durch eine aktive Unterstützung beim Bau von neuen Kraftwerken und Gasfernleitungen kann die Politik den Wettbewerb durch ein ausreichendes Angebot fördern.

Die bayerische und deutsche Energiewirtschaft kann sich im europäischen Wettbewerb nur behaupten, wenn ihr die gleichen Chancen wie den anderen europäischen Marktakteuren eingeräumt werden.

Nach oben

26. Staatliche Lasten in den Strom- und Gaspreisen reduzieren

Bei der Stromversorgung ist der staatliche Anteil an der Rechnung eines Haushaltskunden seit 1998 fast auf das Doppelte gestiegen und liegt bei rund 40 Prozent. Der Anteil der frei am Markt erwirtschafteten Wertschöpfung ist demgegenüber durch die Regulierung der Netze, durch die stark wachsende Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sowie durch steigende Steuern und Abgaben auf rund 30 Prozent dramatisch gesunken. Beim Erdgas liegt der Staatsanteil bei fast 30 Prozent.

Der Staat muss den Staatsanteil vermindern, der zu Zeiten niedriger Energiepreise gezielt aufgebaut wurde. Dies leistet einen Beitrag zur Senkung des Energiepreisniveaus und hebt zusätzliche Entfaltungspotentiale für den Wettbewerb.

Nach oben

27. Energiepreisdiskussion versachlichen

Die Zeiten billiger Energie sind angesichts weltweit steigender Nachfrage und knapper werdender Ressourcen vorbei, auch wenn von dem globalen konjunkturellen Einbruch derzeit ein dämpfender Effekt ausgeht. Weitere preissteigernde Tendenzen gehen von staatlich gelenkten Klimaschutzmaßnahmen und von dem Festhalten am Kernkraftausstieg aus.

Die Unternehmen müssen die Kosten der Energiebeschaffung, die aus Gründen der Sicherheit weitgehend durch längerfristige Bezugsverträge erfolgt, auch bei zwischenzeitlich gesunkenen Beschaffungspreisen an die Letztverbraucher weitergeben, wenn sie nicht ihre Existenz und Leistungsfähigkeit riskieren wollen.

Unsere vorbildliche Energieinfrastruktur ist dauerhaft nur aufrecht zu erhalten, wenn die Regulierung das Vertrauen in die Wirtschaftlichkeit des Netzbetriebs nicht beschädigt.

Nach oben