04.07.13

Erdgas- und Elektromobilität in Bayern - VBEW fordert: Die Energiewende benötigt dringend eine Mobilitätswende

„Energie einsparen, effizienter nutzen und nachhaltig erzeugen. Dies sind die grundlegenden Anforderungen, die im Rahmen der Energiewende in Einklang zu bringen und gesamtgesellschaftlich umzusetzen sind. Der Mobilitätssektor spielt hierbei eine wesentliche Rolle, da etwa ein Drittel der Endenergie in Bayern in diesem Bereich verbraucht wird,“ sagte Wolfgang Brandl, Vorsitzender des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e.V. – VBEW. Neben der viel diskutierten Herausforderung, wie Energie nachhaltig erzeugt und zum Endverbraucher gebracht werden kann, bedarf es auch eines Konzepts, in welcher Form wir zukünftig unsere Mobilität gestalten wollen. „Erdgas- und strombetriebene Fahrzeuge stellen bereits heute schon eine klimaschonende, wirtschaftliche und zukunftsweisende Alternative dar,“ sagte Wolfgang Brandl.

Die bayerischen Energieversorger engagieren sich seit langem in zahlreichen Initiativen, um die Elektromobilität und das Fahren mit dem Kraftstoff CNG (Compressed Natural Gas) – auch als Erdgas bekannt – voranzutreiben. Der öffentliche Nah- und Fernverkehr setzt seit über 100 Jahren in vielen Bereichen auf elektrische Antriebe. Die Infrastruktur für erdgasbetriebene Fahrzeuge ist in Bayern bereits nahezu flächendeckend aufgebaut und soll stetig weiter entwickelt werden. „Will man die von der EU vorgegebenen CO2-Ziele bei den Fahrzeugemissionen in Zukunft erreichen, so sind neben kraftstoffsparenden konventionell betriebenen Fahrzeugen insbesondere alternative Antriebe wie Strom oder Erdgas zu berücksichtigen“, sagte Brandl.

Die Elektromobilität steht erst am Anfang ihrer Entwicklung. Strom aus erneuerbaren Energien bietet Möglichkeiten.

In vielen Regionen Bayerns werden die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten von E-Mobilen bereits seit einiger Zeit getestet. Wer Urlaub in Bayern macht, kann anstelle eines herkömmlichen Mietwagens auch mit einem E-Mobil unterwegs sein. Wer sich für die Einsatzmöglichkeiten im Stadtverkehr interessiert, kann dies in vielen Modellregionen testen. Die EVU unterstützen diese Initiativen mit hohem Engagement. Ebenso installieren sie Ladestationen und bilden Synergien mit Automobil- und Industrieunternehmen.

Allerdings sind trotz deutlicher Zuwächse im vergangenen Jahr, aktuell erst rund 3.000 Elektrofahrzeuge in Bayern zugelassen. Die derzeit am Markt befindlichen elektrisch angetriebenen Fahrzeuge sind zumeist für den potentiellen Kunden preislich noch nicht attraktiv genug und zudem aufgrund der relativ geringen Reichweiten nur für bestimmte Zielgruppen interessant. Solange die Batterietechnologie nicht die benötigte Speicherkapazität zur Verfügung stellen kann, wird auch eine öffentlich noch weiter aufzubauende Ladeinfrastruktur nur bedingt für eine ausreichend große Kundenakzeptanz sorgen.

Die Erdgasmobilität ist langjährig erprobt und alltagstauglich.

Der Bestand an Fahrzeugen mit Erdgasantrieb ist seit vielen Jahren stetig angewachsen. Der große Durchbruch fehlt jedoch ebenfalls bis heute. Trotz deutlich preiswerteren Kraftstoffkosten und einem flächendeckenden Tankstellennetz, sind derzeit erst knapp 14.000 bayerische Erdgasfahrzeuge beim Fahrzeug-Bundesamt gemeldet. Dies entspricht einem Anteil von 0,15 Prozent am Gesamtfahrzeugbestand, obwohl Erdgas als Kraftstoff (CNG) bereits heute viele Vorteile bietet. So emittiert ein CNG-Fahrzeug ca. 25 Prozent weniger CO2 im Vergleich zu Benzin. Durch Beimischung von Bio-Erdgas aus biogenen Wertstoffen bzw. synthetischen Erdgas aus Ökostrom lässt sich eine CO2 Einsparung sogar von 97 Prozent erreichen.

Die Mitgliedsunternehmen des VBEW bündeln in Sachen Erdgasmobilität ihre Kompetenzen im Landesinitiativkreis erdgas mobil (www.tanke-erdgas.de). Dieser setzt sich für eine Förderung der regionalen Vermarktung von CNG ein, um die Bekanntheit dieses Kraftstoffes in der Bevölkerung zu steigern und dies als klimaschonende, wirtschaftliche und zukunftsweisende Mobilitätsalternative aktiv zu fördern.

Erdgas- und Elektrofahrzeuge - neue Modelle in diesem Herbst verfügbar.

Auf dem diesjährigen Genfer Autosalon haben einige Automobilhersteller neue attraktive Erdgas- und Elektrofahrzeuge bereits vorgestellt, die im Laufe dieses Jahres auf den deutschen Markt gebracht werden sollen. Für 2014 kann daher mit einem weiter zunehmenden Wachstum im Bereich der nachhaltigen Mobilität gerechnet werden.

Verlässliche politische Rahmenbedingungen sind notwendig.

„Für das Gelingen der Energiewende bedarf es einer ganzheitlichen Sichtweise, die Einspar- und Effizienzpotenziale bei Erzeugung und Verbrauch in allen Energiebereichen berücksichtigt. Erdgas- und Elektromobilität sind hierbei gute Beispiele,“ sagte Brandl. Der Umbau der Energieversorgung könne aber nur gelingen, wenn verlässliche Rahmenbedingungen vereinbart und dann beibehalten werden. Eine bundesweit verlässliche Verkehrsstrategie sei sowohl für die Investitionen der Autohersteller, die die Entwicklung von neuen nachhaltigen Fahrzeugmodellen vorantreiben, als auch für die Energiewirtschaft, die in den Aus- und Aufbau der benötigten Infrastruktur investiert, grundlegend wichtig. Die jüngst verabschiedete Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie der Bundesregierung zeigt hierbei erste Empfehlungen auf. „Insgesamt bedarf es eines Gesamtkonzeptes, wie im Verkehrsbereich die Energiewende ermöglicht und unterstützt werden kann. Dabei sind alle zukunftsweisenden Mobilitätsalternativen technologieoffen weiterzuentwickeln und in der Praxis je nach Anwendungsfeld auf den Prüfstand zu stellen. So können wir einen für den Verbraucher, die Umwelt und die Wirtschaft optimalen Mobilitätsmix der Zukunft zu erreichen,“ sagte Brandl.

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