17.05.13

Energiewende führt zunehmend zu Flächenkonkurrenz: Flächenbedarf für die Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien wird in Bayern 2021 groß sein

Der Ausstieg aus der Kernenergie und die dabei beschlossenen energiepolitischen Ziele machen einen massiven Ausbau der Energiegewinnung aus erneuerbaren Energien notwendig. Dies wird in den nächsten Jahren die Diskussion um die Flächennutzung unausweichlich verstärken. „Energiegewinnung aus heimischen erneuerbaren Energien macht Sinn. Wir müssen aber auch darauf achten unsere Flächen so effizient und schonend wie möglich dafür heranzuziehen“, sagte Norbert Breidenbach, Vorsitzender des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e.V. – VBEW.

In Bayern werden im Jahr 2021 für die Erzeugung aus erneuerbaren Energien die farbig ausgefüllten Flächen in irgendeiner Form in Anspruch genommen. Ohne Berücksichtigung von konkurrierenden Nutzungsansprüchen könnten potentiell in Bayern aber weit mehr Flächen für die Erzeugung aus erneuerbaren Energien genutzt werden (s. die gestrichelten Linien).

Das von der Staatsregierung im Bayerischen Energiekonzept als wichtigstes vorgegebene Ziel bezieht sich auf den Ausbau der erneuerbaren Energien. Es sieht vor, dass in Bayern bis zum Jahr 2021 50 Prozent des benötigten Stroms aus regenerativen Energien bereitgestellt wird. Für den Ersatz der anderen Endenergieträger wie Mineralöle und Erdgas durch erneuerbare Energien sind bis 2021 weit moderatere Ziele formuliert. So soll erst im Jahr 2050 nur noch ein Fünftel der verbrauchten Energie aus fossilen Brennstoffen stammen.

Erneuerbare Energien benötigen viel Fläche

Im Gegensatz zur bisherigen Energiegewinnung, als Strom überwiegend in Kraftwerken mit einem vergleichsweise geringen Flächenanteil erzeugt wurde, ist hingegen der Flächenbedarf, den Windkraft, Photovoltaik, Biomasse und Geothermie benötigen, um ein Vielfaches größer. Nach aktuellen Berechnungen des VBEW wird von der bayerischen Fläche, die insgesamt 70.550 km2 umfasst, fast ein Drittel in irgendeiner Form in Anspruch genommen werden müssen. Damit könnten dann rund 20 Prozent der benötigten Energie aus erneuerbaren Quellen bereitgestellt werden und die bis 2021 gesteckten Ziele ließen sich erreichen. Den mit Abstand größten Flächenanteil wird hierbei die Energieerzeugung aus Biomasse benötigen, die sowohl die energetische Nutzung von Wald- als auch von landwirtschaftlichen Nutzflächen einschließt.

Ausbau der Erneuerbaren erfordert Umsicht:
Grundwasserschutz hat in Bayern oberste Priorität

Ein vermehrter Energiepflanzenanbau und Monokulturen können jedoch auch Auswirkungen auf die bayerischen Trinkwasservorkommen haben, da in Bayern rund 90 Prozent des Trinkwassers aus Grundwasser gewonnen wird. Durch diese Intensivierung zeigen sich bereits vereinzelt erhöhte Auswaschungen von Nitrat und Pflanzenschutzmittelrückständen im Grundwasser.

„Der notwendige verstärkte Anbau von Energiepflanzen und Monokulturen wird den Umwelt- und Gewässerschutz vor besondere Anforderungen stellen,“ sagte Gerhard Moser, Mitglied im VBEW-Vorstand. „Die Qualität unserer Trinkwasservorkommen muss weiterhin gesichert bleiben. Wasserschutzgebieten kommt deshalb in Bayern eine besondere Bedeutung zu.“

Gesellschaftliche Akzeptanz:

Unsere Landschaft wird sich optisch verändern.

Die Energiewende wird nach der aktuellen Studienlage neben dem notwendigen Netzausbau vor allem durch die flächenintensive regenerative Energieerzeugung weitreichende Auswirkungen auf die Umwelt und die bayerische Landschaft haben. „Unsere Landschaft wird sich auch optisch verändern. Das muss aber nicht zum Schlechteren sein. Gerade bei der Wasserkraft gibt es viele gute Beispiele für die perfekte Integration der Anlagen in die Umgebung“, sagte Detlef Fischer, Geschäftsführer des VBEW.

Öffentliche Diskussion ist notwendig

In welchem Umfang Flächen und in welchem Ausmaß technische Anlagen zukünftig für die Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien zur Verfügung stehen, bedarf einer intensiven öffentlichen Diskussion. Diese wird in nächster Zeit dringend benötigt, um das Gelingen und die gesellschaftliche Akzeptanz der Energiewende nicht zu gefährden. „Es werden noch viele über ihren eigenen Schatten springen müssen, damit die Vision von der Energieversorgung eines hochentwickelten Industrielandes auf Grundlage erneuerbarer Energien wahr wird. Die bayerischen Energie- und Wasserversorger stehen mit Ihrem Know-how bereit, auf die Schwierigkeiten aufmerksam zu machen und die Herausforderungen zu meistern,“ sagte Breidenbach.

Weitere Informationen:

Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e.V. - VBEW
Kommunikation
Akademiestraße 7
80799 München

Tel. 089 / 38 01 82-45
Fax 089 / 38 01 82-29
E-Mail: vbew@vbew.de
Internet: http://www.vbew.de