13.09.10

Energiekonzept der Bundesregierung - Bayerische Energieversorger: Umbau der Energieinfrastruktur zügig voranbringen

„Wir sind ein gutes Stück weiter, denn das Energiekonzept der Bundesregierung stellt die energiepolitischen Themen in einen Gesamtzusammenhang. Es wird zu einer Verlängerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke in Bayern kommen, aber eben nur solange, bis die erneuerbaren Energien in der Lage sind, die tragende Säule unserer Stromversorgung zu bilden“, sagte Dr. Claus Gebhardt, Vorsitzender des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e.V. – VBEW.

Für viele Teilnehmer am Stromerzeugungsmarkt, insbesondere für kommunale Betreiber von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, ist die versprochene Wettbewerbsneutralität aufgrund der Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke allerdings weiterhin offen. Der Sonderbeitrag der Konzerne aus den zusätzlichen Gewinnen muss daher auch den Kraftwerken der Stadtwerke zur Verfügung stehen, um ihre Erzeugungsstrategien an den neuen Perspektiven ausrichten zu können. Insbesondere die Stadtwerke haben das Potential, die besonders effiziente Technik der Kraft-Wärme-Kopplung, die flexibel zur Strom- und zur Wärmeerzeugung eingesetzt wird, verbrauchsnah bereitzustellen und auszubauen.

Umsetzung des Energiekonzepts gefordert

Das Energiekonzept der Bundesregierung wird von den bayerischen Energieversorgern grundsätzlich begrüßt. In vielen Punkten kommt es nun aber auf die weitere Umsetzung an.

Energieeffizienz ist ein größerer Stellenwert einzuräumen

Nur durch einen möglichst sparsamen Energieverbrauch lassen sich die unausweichlich steigenden Kosten unserer Energieversorgung auf Grundlage erneuerbarer Energien für die Verbraucher dämpfen. Hierzu bietet das Energiekonzept erste gute Ansätze.

Netzausbau ist auch in Bayern voranzutreiben

In Bayern wurden in den letzten Jahren fast 250.000 Photovoltaikanlagen an die vorhandenen Stromnetze angeschlossen. Mittlerweile stoßen die Netze immer öfter an ihre Kapazitätsgrenzen, da Strom an Orten und zu Tageszeiten erzeugt wird, wo er nicht im erforderlichen Umfang verbraucht wird. Der Ausbau der Netze ist daher in allen Netzebenen unvermeidlich.

Regulierung im Netzbereich optimieren

Die Absicht der Bundesregierung, den Regulierungsrahmen zu verbessern, wird sehr begrüßt. Der Umbau der Energieversorgung ist fundamental. Denn es gilt, die erneuerbaren Energien als neue Erzeugungsträger in die vorhandene Energieinfrastruktur zu integrieren und diese weiter auszubauen bis hin zur Entwicklung von intelligenten Netzen. Dieser umfassende Umbau erfordert ausreichende Investitionsanreize und eine gerechte Lastenverteilung, insbesondere auch für den Verteilernetzbereich.

Wasserkraft in Bayern weiter ausbauen

Der VBEW unterstützt die Bundesregierung bei ihrem Ziel, die erneuerbaren Energien weiter auszubauen. Die Rolle der Wasserkraft als effiziente und zuverlässige erneuerbare Energiequelle ist für den künftigen Energiemix stärker zu betonen. In Bayern trägt die Wasserkraft als wichtigster erneuerbarer Stromerzeuger mit ca. 16 Prozent zur Deckung des Stromverbrauchs bei. Durch Modernisierungen von Anlagen, Ersatzneubau und umweltverträglichen Neubau kann in Bayern in Zukunft bei der Wasserkraft ein zusätzliches Erzeugungspotential von mehr als 1 Mrd. kWh im Jahr gehoben werden.

Weitere Informationen:

Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e.V. - VBEW
Kommunikation
Akademiestraße 7
80799 München

Tel. 089 / 38 01 82-45
Fax 089 / 38 01 82-29
E-Mail: vbew@vbew.de
Internet: http://www.vbew.de