18.11.11

Energieeffizienz mit Elektro- und Erdgasfahrzeugen: Faktor Mobilität bei der Energiewende nicht vernachlässigen

Der Energieverbrauch durch Mobilität ist enorm. Von der gesamten Endenergie Bayerns wird rund ein Drittel für den Verkehrssektor benötigt. „Bei der eingeleiteten Energiewende und dem Umbau der Energieversorgung wird schnell vergessen, dass es auch um Energieeffizienz gehen muss. Insbesondere im Verkehrssektor können wir mit Elektro- und Erdgasfahrzeugen einen klimaschonenden Beitrag zur Energiewende leisten,“ sagte Nor-bert Breidenbach, Vorsitzender des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e.V. – VBEW. Während sich Elektrofahrzeuge gut für kurze Wege eignen, sind Erdgasfahrzeuge schon als Langstreckenfahrzeuge im Einsatz.

Die bayerische Energiewirtschaft fördert bereits seit langem nachhaltige Mobilitätskonzepte. Viele Energieversorgungsunternehmen in Bayern haben Elektro- und Erdgasfahrzeuge in ihrem Fuhrpark. Ebenso betreiben sie Erdgas-Tankstellen und haben bislang ca. 2,25 Mio. Euro in die Errichtung von Ladesäulen zum Aufbau der Infrastruktur für Elektrofahrzeuge investiert. Das Investitionsvolumen für rund 124 Erdgas-Tankstellen betrug ca. 31 Mio. Euro. Die VBEW-Arbeitsgruppe „Innovation“ macht mit ihrem „Steckbrief“ zur Mobilität den Stand und die Positionen des VBEW zur Mobilität deutlich. 

Elektrofahrzeuge bieten Perspektiven

Die Entwicklung der Elektroautos, ihre Markteinführung und der Aufbau der Infrastruktur haben zwar erst begonnen. Die bayerischen Energieversorger sehen jedoch gute Chancen für den Einsatz von Elektrofahrzeugen in Privathaushalten und bei Geschäftsflotten. „Mal angenommen, es würden im Jahr 2020 in Bayern 150.000 Elektrofahrzeuge fahren, so können sie aus der Steckdose genug grünen Sprit laden, denn ihr Verbrauch von 300 Mio. Kilowattstunden (kWh) im Jahr bei einer Fahrleistung von 10.000 Kilometern macht nur 2 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien aus, der bereits heute in Bayern erzeugt wird,“ wagt Breidenbach eine erste Prognose. Bei Verwendung von regenerativ erzeugter Energie fahren Elektroautos CO2-frei. 

Allerdings wird es nach Ansicht der bayerischen Energieversorger für die erfolgreiche Markteinführung von Elektrofahrzeugen unabdingbar sein, dass bei den Ladetechnologien Standards festgelegt werden. Ebenso gelte es, noch Rechtssicherheit zu schaffen, indem abrechnungsrelevante Vorgaben für den Autostrom vereinfacht werden. In einigen Modellregionen und -städten Bayerns wie z.B. im Allgäu, in Bayerisch-Schwaben, München, Garmisch-Partenkirchen, Neustadt an der Saale und im Bayerischen Wald, lässt sich Elektromobilität bereits testen. Diese Projekte sind eingebunden in ein Mobilitätskonzept, das von der Initiative „Elektromobilität verbindet Bayern“ der Bayerischen Staatregierung gefördert wird.

Erdgas als Kraftstoff hat sich bereits etabliert

Erdgas und zu Erdgas aufbereitetes Biogas bieten bereits eine Klima schonende, wirtschaftliche und zukunftsweisende Alternative zu herkömmlichen Kraftstoffen. Erdgasfahrzeuge werden als Pkw von sechs großen Herstellern sowie als Busse und Nutzfahrzeuge angeboten. Neue Turbomotoren sorgen für über 100 Kilowatt (kW) Leistung und Höchstgeschwindigkeiten von über 200 km/h. Durch optimierte Motoren und größere Tanks können moderne Fahrzeuge mit einer Erdgasfüllung sparsam mehr als 450 Kilometer zurücklegen. 

Nicht nur im Privatverkehr, sondern auch im gewerblichen Bereich setzen sich Erdgasfahrzeuge immer mehr durch. Ihre Zahl hat sich in Bayern in den letzten zehn Jahren verzehnfacht auf über 13.000 zugelassene Fahrzeuge. Im Vergleich zu Benzin können mit Erdgasfahrzeugen etwa 50 Prozent und gegenüber Diesel rund 30 Prozent der Treibstoffkosten eingespart werden.

Ein mit Erdgas betanktes Fahrzeug emittiert weniger Treibhausgase als ein Benzin- oder Dieselfahrzeug. Auch bei anderen Schadstoffen wie Feinstaub, Stickoxyden und Ozonbildern weist Erdgas eine vorbildliche Umweltbilanz auf. Selbst die strengen Vorgaben der Euro 6-Norm, die ab 2015 gilt, sind für Erdgasfahrzeuge kein Problem. Da Erdgasfahrzeuge je nach Modell rund 25 Prozent weniger CO2 ausstoßen, werden sie auch bei der Kfz-Steuer günstiger bzw. bei der CO2-Komponente mit Null eingestuft. 

Durch die Beimischung von Bio-Erdgas verbessert sich die Umweltbilanz weiter. Bei Fahrten mit reinem Bio-Erdgas können gegenüber Benzin sogar 97 Prozent CO2 eingespart werden. Bio-Erdgas wird besonders effizient produziert. Aus einem Hektar kann Treibstoff für fast 70.000 km gewonnen werden. Im Vergleich dazu reicht das von einem Hektar gewonnene Ethanol, das dem E10 beigemischt wird, nur für 23.000 km.

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