22.02.13

Effizienz- und Wirtschaftlichkeitsprüfung der Wasserwirtschaft: Bayerische Wasserversorger nehmen an freiwilligem Benchmarking teil

Benchmarking heißt: sich vergleichen und sich verbessern, indem man vom Besten aus einer Vergleichsgruppe lernt. „Durch freiwilliges Benchmarking können die Wasserver- und Abwasserentsorger regelmäßig ihre Effizienz und Wirtschaftlichkeit überprüfen. Dabei nehmen sie an einem überörtlichen Vergleichsverfahren teil, in dem sie den wirtschaftlichen und technischen Stand ihrer Unternehmen analysieren können,“ sagte Gerhard Moser, Vorstandsmitglied des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e. V. – VBEW im Vorfeld der Auftaktveranstaltung zu den Projektrunden 2013. Diese findet am 26.02.2013 in Amerang mit dem Bayerischen Umweltminister Dr. Marcel Huber und weiteren Vertretern aus Politik und beteiligten Verbänden statt.

Den Wasserhahn zu öffnen, zu trinken und dabei sicher zu sein, dass Qualität und Menge jederzeit stimmen und dass das anfallende Abwasser sicher abgeleitet und zuverlässig gereinigt wird, ist heute in Deutschland eine Selbstverständlichkeit. Dies gewährleisten die Unternehmen der Trinkwasserversorgung und der Abwasserentsorgung. Dabei sind sie zu wirtschaftlich effizientem Handeln verpflichtet. Durch die Teilnahme am Benchmarking erbringen sie einen Leistungsnachweis für die gesamte Branche, nutzen den Erkenntnisgewinn für den eigenen Fortschritt und zeigen, dass sie den Vergleich mit anderen nicht scheuen. „Der Kennzahlenvergleich durch Benchmarking sorgt für die erforderliche Transparenz in Gebührendiskussionen, für Managemententscheidungen, als Leistungsnachweis und für die eigene Leistungsoptimierung“, erläuterte Moser.

Benchmarking kommt aus Bayern

Als erstes Benchmarkingprojekt wurde 2000 die „Effizienz- und Qualitätsuntersuchung der kommunalen Wasserversorgung in Bayern“ (EffWB) durchgeführt. Inzwischen wird in Bayern alle drei Jahre rund 30 Prozent der jährlichen Wasserabgabe an Endkunden „gebenchmarkt“. An der vierten EffWB hatten 113 Teilnehmer auf der Grundlage ihrer Unternehmensdaten aus dem Wirtschaftsjahr 2010 ihre Kennzahlen vorgelegt, dies waren rund 27 Prozent mehr Unternehmen als noch 2007 – 59 Prozent hatten 2010 wiederholt teilgenommen. Auch bei der nun beginnenden fünften Runde wird der Freistaat Bayern wieder insbesondere kleinere Unternehmen finanziell unterstützen.

Die Abwasserentsorger nehmen seit 2006 regelmäßig am „Benchmarking
Abwasser Bayern“ (BAB) teil. Zwischenzeitlich gibt es durch die Eigeninitiative der Wasserwirtschaft in allen 16 Bundesländern freiwillige Leistungsvergleiche auf der Grundlage eines internationalen, anerkannten Kennzahlensystems. Die deutsche Wasserwirtschaft gibt in ihren „Branchenbildern“ aus den Jahren 2006, 2008 und 2011 ein umfassendes Gesamt- und Leistungsbild und nimmt auch am europäischen Benchmarking teil.

Wasserwirtschaft setzt auf Nachhaltigkeit und Effizienz

Mit der eingeleiteten Energiewende haben auch die Wasserver- und Abwasserentsorger ihre Maßnahmen hin zu nachhaltigem Wirtschaften weiter verstärkt. Um Maßnahmen zur Einsparung von Energieressourcen zu optimieren, wird Energieeffizienz im Benchmarking Wasser und Abwasser ebenso berücksichtigt.

So benötigen Wasserversorger entsprechend den topografischen Gegebenheiten im jeweiligen Versorgungsgebiet insbesondere zur Trinkwassergewinnung und zur -verteilung elektrische Energie. Neben Maßnahmen zur energetischen Optimierung der Förderpumpen, werden mancherorts Turbinen zur Druckreduzierung und Energierückgewinnung eingesetzt.

Abwasserentsorger optimieren fortlaufend die Prozesse der Reststoffverwertung und der Klärschlammbehandlung. In den Kläranlagen erzeugen Blockheizkraftwerke, die in erster Linie das anfallende Klärgas verwerten, nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Nutzwärme für den Kläranlagenbetrieb. Ebenso kann der anfallende Klärschlamm in Schlammtrocknungsanlagen z.B. für die Müllverwertungsanlage aufbereitet werden. Der daraus erzeugte Strom und die Wärme können dann wiederum in der Kläranlage eingesetzt oder in die öffentlichen Netze eingespeist werden.

„Die Leistungsvergleiche durch Benchmarking werden auch beim Thema Energieeinsparung den teilnehmenden Unternehmen einen hohen Nutzen bringen,“ sagte Moser.  

Auftaktveranstaltung zu den Benchmarking-Projektrunden 2013 bei Trinkwasser und Abwasser
„Kommunale Ver- und Entsorger werden noch besser durch Benchmarking“
26. Februar 2013, 11:00 – 12:00 Uhr
Ort: Kläranlage der Gemeinde Amerang, Wasserburger Straße 72, 83123 Amerang

Programm:
Begrüßung durch den Ersten Bürgermeister August Voit, Staatsminister Dr. Marcel Huber und Ersten Bürgermeister Georg Riedl – für Bayerischen Gemeindetag und Bayerischen Städtetag.
Kurze Vorstellung der Kläranlage durch den Geschäftsleiter der Gemeinde Helmut Stadler, anschließend Anlagenbesichtigung und Gelegenheit zum Gespräch.

Folgende Partner der Benchmarking-Projekte werden vor Ort vertreten sein:
Bayerischer Gemeindetag, Bayerischer Städtetag, Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit (StMUG), Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU), Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) Landesverband Bayern, Deutscher Verein des Gas- und Wasserfachs (DVGW), Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (VBEW), Rödl & Partner GbR sowie aquabench GmbH.

Weitere Informationen zum Benchmarking:
Wasserversorgung darin u.a.:
4. Effizienz- und Qualitätsuntersuchung der kommunalen Wasserversorgung in Bayern (EffWB), 2010 siehe auch: www.effwb.de
Branchenbild der deutschen Wasserwirtschaft, 2011
BDEW (Hrsg.): Benchmarking – „Lernen von den Besten“, 2012

Abwasserentsorgung

Weitere Informationen:

Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e.V. - VBEW
Kommunikation
Akademiestraße 7
80799 München

Tel. 089 / 38 01 82-45
Fax 089 / 38 01 82-29
E-Mail: vbew@vbew.de
Internet: http://www.vbew.de