26.06.08

Bioerdgas unterstützt sichere Erdgasversorgung in Bayern

Die bayerische Erdgaswirtschaft hat im vergangenen Jahr 37,6 Mio. Euro in die zukunftsweisende Biogastechnologie zur Aufbereitung und Einspeisung in das Erdgasnetz investiert. Bayern ist damit führend bei der zur Verfügung Stellung von Bioerdgas für den Verbraucher. Der Erdgasverbrauch ist im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen.

Im Jahr 2006 haben die bayerischen Verbraucher rund 110 Mio. Kilowattstunden (kWh) Erdgas verbraucht und damit 5,1 Prozent weniger als im Jahr 2005. Im vergangenen Jahr ist der Verbrauch wiederum um ca. 5 Prozent gesunken. Die Zahlen, so der Verband der Bayerischen Gas- und Wasserwirtschaft (VBGW) auf seiner Jahrespressekonferenz in München, spiegeln die letzten beiden milden Winter sowie das gestiegene Energiebewusstsein der Verbraucher wider.

Die Investitionen der bayerischen Erdgaswirtschaft lagen vergangenes Jahr bei etwa 140 Mio. Euro. Das Ausgabenvolumen bewegt sich damit seit mehreren Jahren auf einem leicht sinkenden Niveau. Schwerpunkt waren die Modernisierung des 40.000 Kilometer langen bayerischen Erdgasnetzes sowie die Instandhaltung und der Ausbau der sechs bayerischen Erdgasspeicher. Ihr Volumen umfasst rund 20 Prozent der in Deutschland zur Verfügung stehenden Speicherkapazitäten.

"In den kommenden Jahren werden die Ausgaben ansteigen müssen, um eine zuverlässige Belieferung der Bürger und der Wirtschaft mit Erdgas sicherzustellen. Dafür muss die Politik langfristig stabile Rahmenbedingungen und verlässliche Regulierungsvorgaben gewährleisten, ohne dass die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen gefährdet wird," so Dr. Claus Gebhardt, Vorsitzender des VBGW.

Im Jahr 2007 wurden zusätzlich zu den landwirtschaftlichen Biogasanlagen bayernweit 37,6 Mio. Euro in Biogasanlagen mit Einspeisung ins Erdgasnetz investiert. Die hiesigen Erdgasversorger sind damit deutschlandweit die führenden Betreiber von Biogasanlagen mit Einspeisung ins Erdgasnetz. 42 Prozent der Biogasanlagen in Deutschland sind in Bayern installiert, sie liefern rund 25 Prozent der elektrischen Leistung aller Biogasanlagen. Mit rund 42.000 Kubikmeter pro Tag verfügt Bayern zur Zeit über die höchsten Einspeisemengen ins Erdgasnetz  und mit einem Potential von 3 Mio. Kubikmeter pro Tag könnte ein Viertel der an einem Sommertag im Freistaat abgegebenen Erdgasmenge gedeckt werden.

"Innovative Technik und ansteigende Mengen werden künftig eine Belieferung von Endverbrauchern mit einem hohen Anteil Biogas möglich machen. Aktuell ist dies durch aufwändige technische Herstellungsprozesse wirtschaftlich noch nicht sinnvoll", erläutert Jörn-Helge Möller, Geschäftsführer des VBGW. Der Hauptteil des Biogases aus nachwachsenden Rohstoffen und Biomasseabfällen wird zurzeit in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zur klimafreundlichen Energieerzeugung in Bayern eingesetzt.

Im Gemisch mit Erdgas kann Biogas zudem als klimafreundlicher Kraftstoff eingesetzt werden. Viele bayerische Gasunternehmen unterstützen mit finanziellen Förderungen und Prämien die Anschaffung umweltschonender Erdgasfahrzeuge. Bayern verfügt mit aktuell 107 von rund 800 Erdgastankstellen deutschlandweit über ein flächendeckendes Erdgas-Tankstellennetz.

Mit der Klimaschutzerklärung der deutschen Gaswirtschaft haben sich auch die Erdgasversorger in Bayern dem Umweltschutz verpflichtet. So sollen bundesweit bis zum Jahr 2012 die CO2-Äquivalente um 45 Mio. Tonnen pro Jahr gegenüber 1990 reduziert werden. Darüber hinaus werden Kunden mit Energieberatungen oder finanziellen Förderungen, z.B. für die Heizungsmodernisierung bei der Umsetzung von Energiesparmaßnahmen unterstützt. ?Der Klimaschutz ist uns ein wichtiges Anliegen. Alleine im vergangenen Jahr stellte die bayerische Erdgaswirtschaft rund 1,1 Mio. Euro Fördermittel für Energie- und CO² -Einsparungen im Haushalts- und Gewerbebereich zur Verfügung?, betont Dr. Gebhardt.

In der aktuellen Feinstaubdiskussion ist darauf hinzuweisen, dass Erdgas von allen Energieträgern mit 0,11 mg/ kWh den geringsten Feinstaubanteil hat. Holzpellets z.B. entwickeln 390-mal soviel Feinstaub wie Erdgas. Durch die hohe Versorgungssicherheit und den Klimaschutzfaktor ist Erdgas, so der VBGW, die am weitesten verbreitete Heizenergie in Bayern. Der Marktanteil bei Neubauten liegt bei etwa 52,3 Prozent. Heizöl, einst wichtigster Wettbewerber, ist dagegen auf 6,9 Prozent zurückgefallen.

Mit 114 kommunalen, privatwirtschaftlichen, lokalen oder überregionalen Unternehmen weist Bayern ein breites Spektrum an Organisationsformen bei den insgesamt 700 Gasversorgern im deutschen Energiemarkt auf. Mit kundenorientierten Dienstleistungen vor Ort und attraktiven Gasprodukten haben sich die Unternehmen in der zunehmenden Dynamik des Wettbewerbs erfolgreich positioniert.

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