10.03.14

Bayerische Wasserversorger fordern: Trinkwasserversorgung muss in Bayern weiterhin leistungsfähig bleiben

11.-12. März 2014: VBEW-Fachtagung Wasser in Coburg   „Die Herausforderungen für die sichere Bereitstellung von Trinkwasser bester Qualität und für die zuverlässige Abwasserentsorgung bleiben auch künftig anspruchsvoll. Faktoren, wie die Auswirkungen des demografischen sowie des Klimawandels, die kleinteilige Struktur der Wasserversorgung in Bayern und ein anstehender Modernisierungsbedarf können für unsere Unternehmen reichlich Handlungsbedarf verursachen, wenn jetzt die Weichen nicht richtig gestellt werden,“ sagte Markus Rauh, Vorstandsmitglied des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e. V. – VBEW im Vorfeld des diesjährigen Expertentreffens der bayerischen Wasserwirtschaft.

Als Tagungsort hat der VBEW Coburg gewählt, da hier die Wasserversorgung in ihrer Qualität, Struktur und Organisation exemplarisch für Bayern stehen kann. „Wir versorgen die Kunden jederzeit mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser. Die Wasserversorgung in Coburg und der umliegenden Gemeinden wurde hierzu auf ein solides „Dreibein“ gestellt, so dass wir jederzeit liefern können“, sagte Oberbürgermeister Norbert Kastner. Coburg bezieht das Wasser aus zwei unterschiedlichen Gewinnungsgebieten (1. und 2. Standbein) und von der Fernwasserversorgung Oberfranken (3. Standbein). „Und auch als gelungenes Beispiel für die interkommunale Zusammenarbeit können die Oberfranken vorangehen: Das 3. Standbein der Coburger Trinkwasserversorgung ist der Anschluss an das Netz der Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO), deren Wasser überwiegend aus der Ködeltalsperre im Frankenwald stammt,“ sagte Kastner. Insgesamt werden jährlich in Coburg etwa 4,1 Millionen m³ Trinkwasser von der SÜC Energie und H2O GmbH bereitgestellt.

Anlässlich der Fachtagung Wasser haben die bayerischen Wasserversorger ihre Anliegen in einem Positionspapier zusammengefasst.

Der demographische Wandel stellt hohe Anforderungen

Im Bundesland Bayern werden die Auswirkungen des demographischen Wandels in Deutschland besonders sichtbar. Regionen – insbesondere im Süden Bayerns – mit relevantem Bevölkerungszuwachs stehen Regionen – insbesondere im Norden Bayerns – mit teils erheblichem Bevölkerungsrückgang gegenüber. „Die Kapazitäten der Infrastruktureinrichtungen der Wasserversorgung müssen diesen Entwicklungen angepasst werden. Für die betroffenen Unternehmen gilt es, sich organisatorisch und technisch strukturell weiterzuentwickeln,“ sagte Götz-Ulrich Luttenberger, Mitglied im VBEW-Vorstandsrat und Geschäftsführer der SÜC Energie und H2O GmbH. Eine moderne und effiziente Wasserversorgung erfordere eine Unternehmensorganisation, die geeignet ist, den neuen technischen und administrativen Anforderungen gerecht zu werden.


Klimawandel bleibt Herausforderung für die Wasserversorgung

Durch den Klimawandel werden auch in Bayern neben höheren Durchschnittstemperaturen im Allgemeinen auch längere Trocken- und Starkregenphasen mit veränderten Hochwasserereignissen erwartet. „Die Wasserversorger müssen ihre Vorsorge- und Versorgungsstrategie an den klimatischen Einflüssen ausrichten. Hier sind vor Ort geeignete Lösungen zu entwickeln, wie z.B. der Bau eines „zweiten Standbeins“, um die Versorgungssicherheit auch im Falle einer Außerbetriebnahme aufrechterhalten zu können,“ sagte Rauh.

Kleinteilige Struktur:
die meisten Wasserversorgungsunternehmen gibt es in Bayern

Mit rund 2.350 Wasserversorgungsunternehmen weist Bayern die kleinteiligste Struktur der Trinkwasserversorgung aller Bundesländer auf. Neben einigen Fernwasserversorgungs- und regionalen Unternehmen sowie Zweckverbänden wird die Wasserversorgung von vielen Stadt- und Gemeindewerken getragen. Vorteil der vielen Unternehmen ist, dass das Trinkwasser in unmittelbarer Nähe zum Kunden gewonnen wird. Dies ist etwa im Süden Bayerns der Fall. In Ballungsräumen und in Nordbayern stellen die Städte- und Gemeinden und zusätzlich die Fernwasserversorger Trinkwasser bereit. Schadensereignisse lassen sich somit räumlich begrenzen. „Alle Wasserversorgungsunternehmen müssen jedoch unabhängig von ihrer Unternehmensgröße die heutigen Anforderungen an Organisationsgrad, Personalqualifikation, Effizienz, technische Regeln sowie der Arbeitssicherheit erfüllen,“ so Rauh. Dies könne künftig noch besser durch geeignete Formen der Kooperation, wie z.B. durch interkommunale Zusammenarbeit geleistet werden.

In der Wasserversorgung liegt erheblicher Reinvestitionsbedarf vor

Ein wesentlicher Teil der heutigen öffentlichen Wasserversorgung in Bayern wurde zwischen 1960 und 1980 aufgebaut. Die Infrastruktur ist damit teilweise in die Jahre gekommen und daher aus verschiedensten Gründen anpassungsbedürftig. „Um eine adäquate Investitionsquote zu ermöglichen, bedarf es des politischen Willens und angemessener Wasserentgelte,“ forderte Rauh.

Trinkwasser ist in Bayern günstig

Die Steigerungen der Entgelte für Trinkwasser liegen seit Jahren in vielen Versorgungsgebieten unter der Inflationsrate. Berücksichtigt man den jeweiligen Wassergebrauch und die Leistungsstandards, so geben Kunden in Deutschland weniger für ihr Trinkwasser aus, als die Kunden in vergleichbaren EU-Ländern. „Der Großteil der Bevölkerung hält die von den Kunden zu zahlenden Preise und Gebühren für das Trinkwasser für angemessen,“ sagte Rauh und verwies dabei auf die aktuellen Ergebnisse des BDEW-Kundenbarometers.

Die Struktur der ortsnahen Wasserversorgung hat sich in Bayern bewährt

„Eine sichere und zuverlässige Wasserver- und Abwasserentsorgung ist ein wichtiger Teil der Daseinsvorsorge für die Menschen und deshalb eine kommunale Pflichtaufgabe. Der Ordnungsrahmen einer ortsnahen und öffentlichrechtlichen Unternehmensstruktur hat sich dafür seit Jahrzehnten bestens bewährt,“ sagte Rauh. Die Unternehmen der Städte und Gemeinden sowie die Zweckverbände, zu denen sich mehrere Gemeinden oder auch Landkreise zusammengeschlossen haben, gewährleisten in Bayern eine hohe Ver- und Entsorgungssicherheit. Die meisten Wasserver- und Abwasserentsorger sind in Bayern in öffentlicher Rechtsform organisiert. Bei kleineren Betrieben überwiegen die Rechtsformen Regie- bzw. Eigenbetrieb, mittlere Unternehmen sind meist als Zweckverband, Kommunalunternehmen oder Eigenbetrieb und größere Unternehmen auch in privatrechtlicher Rechtsform als GmbH oder Aktiengesellschaft ggf. auch mit Beteiligung eines dritten Unternehmens organisiert.

VBEW-Fachtagung Wasser – wichtiges Branchentreffen

„Die Fachtagung Wasser ist für uns jedes Jahr ein wichtiges Branchentreffen. Auf der Agenda stehen zentrale bayerische Wasserthemen, aber auch übergeordnete Aspekte, die unsere Branche betreffen und über die unsere Unternehmen informiert sein müssen,“ so Markus Rauh. An der Tagung nehmen rund 100 Fachleute der Wasserwirtschaft, Wissenschaftler, Vertreter aus Ministerien und Behörden sowie von Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsunternehmen teil. Gastgebende Unternehmen der Tagung sind in diesem Jahr die SÜC Energie und H2O GmbH sowie die Fernwasserversorgung Oberfranken.

Für Rückfragen steht Ihnen Jessica Hövelborn unter Telefon 

089 / 38 01 82-45 zur Verfügung.

 Pressegespräch

11. März 2014, 11:00 – 12:00 Uhr

Ort: Kongresshaus Rosengarten, Berliner Platz 1, 96450 Coburg, Konferenzraum 2

Teilnehmer:

  • Norbert Kastner, Oberbürgermeister der Stadt Coburg
  • Markus Rauh, VBEW-Vorstandsmitglied und
    Werkleiter der Fernwasserversorgung Oberfranken
  • Götz-Ulrich Luttenberger, Mitglied im VBEW-Vorstandsrat und
    Geschäftsführer der SÜC Energie und H2O GmbH

 Weitere Informationen unter: www.vbew.de > Presse > Pressegespräch

Fachtagung Wasser vom 11. - 12. März 2014 

Beginn: 11. März 2014, ab 13.00 Uhr
Ort: Kongresshaus Rosengarten, Berliner Platz 1, 96450 Coburg, Festsaal
Tagungsprogramm: www.vbew.de -> Wasser -> Fachtagung Wasser

 

Weitere Informationen:

Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e.V. - VBEW
Kommunikation
Akademiestraße 7
80799 München

Tel. 089 / 38 01 82-45
Fax 089 / 38 01 82-29
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