11.11.14

Bayerische Energieversoger fordern: Die Energiewende braucht klare Rahmenbedingungen

„Die Energiewende befindet sich aktuell in einer entscheidenden Phase der Umsetzung. Die bayerischen Energieversorger gestalten mit ihren Erfahrungen und ihrem Know-how diesen Prozess aktiv vor Ort mit. Für diese „Operation am offenen Herzen“ der bayerischen Volkswirtschaft brauchen wir verlässliche politische Rahmenbedingungen und einen Dialog über die Komplexität dieser Aufgabe mit der gesamten Gesellschaft“, sagte Wolfgang Brandl, Vorsitzender des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e.V. – VBEW. „Unsere Fachtagung Energie ist für uns ein wichtiges Branchentreffen. In diesem Jahr geben wir einen aktuellen Überblick über den Stand der Umsetzung der Energiewende und diskutieren die damit verbundenen Herausforderungen“, so Brandl. An dem Expertentreffen nehmen rund 100 Fachleute aus der Energiewirtschaft, Wissenschaftler sowie Vertreter aus Ministerien und Behörden teil.

Überall in Bayern wurden in den letzten Jahren regenerative Stromerzeugungsanlagen errichtet, viele weitere sind in Planung. Zumeist sind es Windkraft- und Photovoltaikanlagen. Diese erzeugen den Strom witterungs- sowie tages- und jahreszeitbedingt sehr unterschiedlich. Eine gesicherte Stromversorgung an 365 Tagen rund um die Uhr ist damit nicht möglich.

Versorgungssicherheit muss jetzt höchste Priorität haben

Was Bayern braucht ist Versorgungssicherheit mit Energie für Industrie, Gewerbe und Haushalte. Dies auch für die Zukunft sicherzustellen, wird die zentrale Aufgabe der nächsten Jahre der bayerischen Politik in Zusammenarbeit mit der Energiewirtschaft sein. „Hierzu ist es notwendig, dass uns die Zusammenführung der regenerativen und noch für viele Jahre in erheblichem Umfang auch der konventionellen Erzeugungsmethoden nachhaltig gelingt – sowohl technisch, als auch wirtschaftlich rentabel und möglichst umweltschonend“, sagte Brandl. So sind die volatil erzeugten Strommengen aus der Solar- und Windenergie mit den zuverlässig zur 

Verfügung stehenden Strommengen aus Wasserkraft und Biomasse sowie mit konventionellen Kraftwerken zu kombinieren. „Die bayerische Energiewirtschaft leistet für die Versorgungssicherheit heute und in Zukunft rund um die Uhr einen unverzichtbaren zentralen Beitrag“, so Brandl.

Umsetzung der Energiewende bedarf zuverlässiger politischer
Rahmenbedingungen

Die Investitionen in der Energiewirtschaft sind auf viele Jahrzehnte angelegt. Von der Politik einmal getroffene strategische Entscheidungen zur Ausrichtung der Energieversorgung haben daher für viele Jahre für die Energieversorger hohe Bedeutung.

„Insbesondere ist der Ordnungsrahmen für die Energiewende so zu gestalten, dass die notwendigen Investitionen in die Modernisierung und den Ausbau der Energieinfrastruktur unter zuverlässigen politischen Rahmenbedingungen geleistet werden können. Allerdings spornt uns das Hin und Her der bayerischen Energiepolitik nicht gerade an, Geld für neue Projekte in die Hand zu nehmen“, sagte Brandl.

Energieversorger unterstützen Energiedialog der Staatsregierung

Der VBEW unterstützt die Idee der Bayerischen Staatsregierung, mit einem breit angelegten Dialog mit allen gesellschaftlichen Gruppen in den nächsten Monaten eine solide Basis für die Umsetzung der Energiewende zu bilden. „Die Energiewende ist letztendlich nur im breiten gesellschaftlichen Konsens zu meistern. Dies setzt aber von allen Beteiligten auch eine ernsthafte Diskussions- und Kompromissbereitschaft voraus. Was uns nicht
weiterhilft, ist das Vertagen von Problemen und die Festlegung auf Scheinlösungen, die sich bei näherer Betrachtung als nicht tragfähig erweisen“, erläuterte Brandl.

Die erfolgreiche Energiewende ist auch eine Mobilitätswende

Neben allen Anstrengungen, unsere Stromversorgung auf die Grundlage von erneuerbaren Energien zu stellen, darf nicht vergessen werden, dass mit Elektrizität derzeit nur etwa 20 Prozent unseres Endenergiebedarfs gedeckt wird. Mit rund 30 Millionen Tonnen CO2 ist vielmehr der Verkehr – im Wesentlichen getragen durch den Energieträger Mineralöl – mit großem Abstand der bedeutendste Sektor für den energiebedingten CO2-Ausstoß in Bayern. „Der VBEW setzt sich mit seinen Mitgliedsunternehmen für die emissionsarme Elektro- und Erdgasmobilität ein. Die Fahrzeugindustrie bietet mittlerweile insbesondere PKWs an, die sich für den Kurz- und Langstreckenbereich eignen. Wer mit Elektro- und Erdgasautos unterwegs ist, kann sehr viel für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende tun“, sagte Detlef Fischer, Geschäftsführer des VBEW.

Rosenheim – innovative Energieerzeugung vor Ort

Als Tagungsort hat der VBEW Rosenheim gewählt, da hier die Energie-
versorgung in ihrer Qualität, Struktur und Organisation exemplarisch für Bayern stehen kann. So wird in Rosenheim bereits mit praktikablen Lösungen die Energiewende in Bayern umgesetzt. „Beim Klimaschutz setzen Stadt und Stadtwerke Rosenheim auf Kraft-Wärme-Kopplung und Fernwärme. Bis 2025 wollen wir unsere Stadt CO2-neutral mit Energie, den Straßenverkehr ausgenommen, versorgen“, erklärte Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer die Klimaziele für die Energieversorgung Rosenheims.

Für unsere Fernwärme verbrauchen wir dabei keine zusätzlichen fossilen Energieträger, da wir u.a. den städtischen Müll zur Energiegewinnung verwerten. In Rosenheim steht zudem der weltweit effizienteste Gasmotor seiner Leistungsklasse. Daneben arbeiten wir bei den Stadtwerken Rosenheim an der großtechnischen Nutzung der Holzvergasung. Mit all diesen Maßnahmen nutzen wir die Vorteile eines Querverbundunternehmens, wie es typisch für Stadtwerke ist. Es erlaubt uns, eine ausgleichende Rolle im neuen Energiemarkt einzunehmen, technisch und wirtschaftlich“, sagte
Dr. Götz Brühl, Geschäftsführer der Stadtwerke Rosenheim.

Für Rückfragen stehen Ihnen gerne zur Verfügung:

VBEW: Jessica Hövelborn, Referentin für Wasserwirtschaft und Kommunikation unter Telefon (089) 38 01 82-45.

Stadtwerke Rosenheim: Thomas Sprenger, Leiter Unternehmenskommunikation
unter Telefon (08031) 365-25 04.

Opens internal link in current windowPressegespräch

12. November 2014, 09:30 - 10:20 Uhr

Ort: Kultur+Kongresszentrum Rosenheim/KU‘KO, Kufsteiner Straße 4, 83022 Rosenheim

Teilnehmer:

Gabriele Bauer, Oberbürgermeisterin der Stadt Rosenheim

Wolfgang Brandl, Vorsitzender des VBEW und Geschäftsführer der Stadtwerke Eichstätt

Detlef Fischer, Geschäftsführer des VBEW, München
Dr. Götz Brühl
, Geschäftsführer der Stadtwerke Rosenheim.

Weitere Informationen unter: www.vbew.de > Presse > Pressegespräch

VBEW-Fachtagung Energie vom 12. - 13.11.2014 

Beginn: 12. November 2014, ab 10:30 Uhr
Ort: Kultur+Kongresszentrum Rosenheim/KU‘KO, Saal Rosenheim, Kufsteiner Straße 4, 83022 Rosenheim
Tagungsprogramm: www.vbew.de > Energie > Fachtagung Energie

 

Weitere Informationen:

Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e.V. - VBEW
Kommunikation
Akademiestraße 7
80799 München

Tel. 089 / 38 01 82-45
Fax 089 / 38 01 82-29
E-Mail: vbew@vbew.de
Internet: http://www.vbew.de