19.05.11

Trinkwasserversorgung in Bayern unabhängig von Wettereinflüssen gesichert - Trinkwasser steht in Bayern jederzeit und bei jeder Witterung zur Verfügung

Viel Sonnenschein und sommerliche Temperaturen haben in den letzten Wochen die Böden in Bayern austrocknen lassen und insbesondere der Land- und Forstwirtschaft zu schaffen gemacht. Auch die Waldbrandgefahr hatte stark zugenommen. Die Trinkwasserversorgung war jedoch zu jedem Zeitpunkt gesichert. Die bayerischen Wasserversorger meldeten auch keine erhöhte Wasserabgabe an ihre Kunden, wie dies z.B. an heißen Sommertagen der Fall sein kann.

"Die Trinkwasserversorgung ist in Bayern unabhängig von Wettereinflüssen gesichert“, sagte Gerhard Moser, Vorstandsmitglied des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e.V. – VBEW. Für die sichere und zuverlässige Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung sind im Freistaat rund 2.300 Wasserversorger verantwortlich. Sie sorgen dafür, dass Trinkwasser immer zur Verfügung steht und zwar zu jeder Tages- und Nachtzeit, in ausreichender Menge und in hoher Qualität. Die Trinkwasserspeicher sind immer gut gefüllt. Im Durchschnitt halten die bayerischen Wasserversorger einen mittleren Tagesbedarf ihrer Kunden vor, dies sind rund 133 Liter pro Einwohner.

Grundwasserneubildung erfolgt im Winter

In Bayern wird das Trinkwasser überwiegend aus Grund- und Quellwasser gewonnen. Die Entnahme von Rohwasser unterliegt strengen Bestimmungen. Die Höchstmengen werden im Rahmen von Wasserentnahmerechten von der Verwaltungsbehörde festgelegt. Es darf nur die Menge entnommen werden, die sich auch wieder über die Versickerung des Niederschlages neu bildet. Die Grundwasserneubildung erfolgt von November bis April, wenn der Regen noch ungehindert von der Vegetation im Erdreich versickert. „Im Sommer gehört der Regen den Bauern, im Winter den Wasserversorgern“, brachte es Gerhard Moser auf den Punkt. Die Wasserversorger betreiben in ihren Gewinnungsgebieten jeweils ein umfangreiches Netz an Grundwassermessstellen, um die Grundwasserstände zu überwachen. Ihre Messergebnisse werten sie anhand hydrogeologischer Grundwassermodelle aus.

Bayerns Wasservorkommen sind ungleich verteilt

Grundwasservorkommen finden sich dort, wo zwei Bedingungen erfüllt sind: Genügend Niederschläge und ein Untergrund, der das einsickernde Wasser aufnehmen und speichern kann. Diese beiden Voraussetzungen sind nicht überall gleich gegeben – auch innerhalb von Bayern nicht. Während im Alpenvorland mit bis zu 2.000 mm im Jahr mehr als das Doppelte des Landesmittels fällt, ist in Franken und der Oberpfalz die Grundwasserneubildung mit nur rund 650 mm Niederschlagsmenge pro Jahr geringer. In Nordbayern kommt erschwerend hinzu, dass der Untergrund nur in wenigen Gebieten geeignet ist, Grundwasser zu speichern. Folglich kann in diesen Gebieten Grundwasser nicht in ausreichender Menge gewonnen werden. Doch mit Wasserüberschuss- und Wassermangelgebieten liegen in Bayern sehr gute Erfahrungswerte vor. So werden viele Städte und Gemeinden in Nordbayern aufgrund geringer Niederschlagsmengen und geringer Speicherkapazitäten des Untergrundes ganz oder teilweise zuverlässig von Fernwasserversorgungsunternehmen versorgt. Im Süden Bayerns wird Trinkwasser überwiegend in unmittelbarer räumlicher Nähe zu den Kunden aus Grundwasser und Quellen gewonnen.

Versorger haben den Klimawandel im Blick

Die heutigen Prognosen zum globalen Klimawandel gehen davon aus, dass in Bayern einerseits die sommerliche Trockenheit zunehmen wird, andererseits steht zu befürchten, dass flussnahe Wassergewinnungen häufiger und extremer durch Hochwasser beeinträchtigt werden können. Grundsätzlich wird der Wasserreichtum in Bayern auch in Jahrzehnten noch bestehen. Die Wasserversorgungsunternehmen in Bayern kennen, dank ihrer regionalen und ortsnahen Stellung, die örtlichen Gegebenheiten und Erfordernisse. Sie berücksichtigen bereits heute mögliche Auswirkungen einer Klimaänderung und treffen im Einzelfall geeignete Vorsorgemaßnahmen. 

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