10.04.13

Energiewende kommt bei Stromerzeugung voran / Bayern: Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien über Plan – dennoch ist europäische Lösung wichtig

Die Bayerische Staatsregierung hat das Ziel vorgegeben, bis zum Jahr 2021 50 Prozent des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien zu decken. Nach VBEW-Berechnungen waren es im vergangenen Jahr schon rund 34 Prozent, im Jahr 2009 hingegen erst 25 Prozent. Maßgeblich für diese Steigerung ist der wachsende Anteil der Photovoltaik an der Stromerzeugung. Diese hat im Jahr 2012 rechnerisch rund 10 Prozent des Stromverbrauchs gedeckt und hat einen Anteil von 30 Prozent an der gesamten erneuerbaren Stromproduktion in Bayern erreicht. „Der Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien liegt mit der derzeitigen jährlichen Steigerungsrate in Höhe von 3 Prozent damit sogar über Plan“, sagte Norbert Breidenbach, Vorsitzender des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e.V. – VBEW.

Die gesamte Strommenge aus erneuerbaren Energien soll gemäß dem Energiekonzept der Bayerischen Staatsregierung „Energie innovativ“, das im Mai 2011 verabschiedet wurde, bis zum Jahr 2021 rund 44 Terrawattstunden (TWh) betragen. Bezogen auf den Stromverbrauch könnten damit dann rund 50 Prozent des heutigen Verbrauchsniveaus gedeckt werden. Nach VBEW-Berechnungen wurden im Jahr 2012 rund 29 TWh Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt. „Damit werden heute schon rund 34 Prozent des bayerischen Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien gedeckt,“ erläuterte Breidenbach.

Zuverlässige Stromversorgung aus Wasserkraft und Biomasse

Aus der Wasserkraft wurde in Bayern 2012 mit ca. 12,5 TWh weiterhin die größte Menge des regenerativen Stroms erzeugt (vgl. Grafik). Mit deutlichem Abstand folgen die Photovoltaik (8,8 TWh) und die Biomasse (7 TWh). Die Windkraft (ca. 0,9 TWh) und die Geothermie spielen bei der Stromerzeugung in Bayern bisher noch eine untergeordnete Rolle. 

„Die jeweiligen erneuerbaren Energieträger haben jedoch alle ihre Stärken und Schwächen,“ sagte Breidenbach. Während der Strom aus der Wasserkraft und der Biomasse bedarfsgerecht erzeugt wird, dafür aber das noch erschließbare Potential begrenzt ist, kann der Strom aus der Windkraft nur witterungsabhängig und aus der Photovoltaik zusätzlich noch tages- und jahreszeitabhängig produziert werden. Das technische Ausbaupotential bei Wind und Photovoltaik ist hingegen noch längst nicht ausgeschöpft. 

Weitere Herausforderungen sind noch zu meistern.

Bei Fortsetzung der bisherigen Steigerungsraten – insbesondere bei der Photovoltaik – sind dringend Lösungen zur bedarfsgerechten Aufbereitung notwendig, damit nicht immer mehr Strom am Bedarf der Kunden vorbei produziert wird. 

„Der vergangene Winter machte auch das eigentlich noch viel größere Problem sehr deutlich: An mehreren Tagen hintereinander trugen Photovoltaik und Windkraft deutschlandweit fast gar nicht zur Deckung des Stromverbrauchs bei. Somit haben immer noch Kernkraftwerke sowie die Gaskraftwerke die Stromversorgung in Bayern im diesmal besonders langen Winter 2012/2013 sichergestellt,“ sagte Detlef Fischer, Geschäftsführer des VBEW.  

Der europäischen Lösung muss ein hoher Stellenwert in der Energiewende beigemessen werden.

Zur Verteilung der erzeugten Strommengen an die Kunden steht in Bayern ein Netz mit einer Leitungslänge von über 310.000 Kilometern zur Verfügung. Dieses ist in das europaweite Verbundnetz eingebunden, das hilft, die regional immer stärker schwankenden Mengen zwischen Verbrauch und Erzeugung auszugleichen. „Immer mehr Strom, den speziell zur Mittagszeit die bayerischen Photovoltaik-Anlagen erzeugen, wird gar nicht mehr in Bayern verbraucht, sondern fließt in andere Bundesländer und in die europäischen Nachbarländer. Über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird von den Stromkunden teuer geförderter Strom damit dem Ausland günstig zur Verfügung gestellt. Dieser Umstand macht deutlich, welcher hohe Stellenwert einer europäischen Lösung der Energiewende beigemessen werden muss“, sagte Detlef Fischer.

Weitere Informationen:

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