18.04.11

Neuausrichtung der Energieerzeugung hat in Bayern längst begonnen

Die Ereignisse in Fukushima haben die energiepolitische Debatte in Deutschland verändert. Die intensive und breite gesellschaftliche Diskussion bietet die Chance, eine belastbare Grundlage für eine nachhaltigere Energieversorgung zu schaffen. „Der Umbau der Energieversorgung ist ein über Jahrzehnte laufender Prozess, der in Bayern längst begonnen hat, nun aber an Dynamik gewinnt“, sagte Dr. Claus Gebhardt, Vorsitzender des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e.V. – VBEW.

Die bayerischen Energieversorger fordern, die Energiepolitik an den Fakten und nicht an Ideologien auszurichten, damit eine grundlegende Modernisierung der Energieversorgung gelingt. Die im VBEW organisierten Energieversorgungsunternehmen stehen dafür mit ihrer Expertise bereit. 

Für die Neuausrichtung der Energiewirtschaft hin zu einer überwiegend auf erneuerbaren Energien basierenden Versorgung ist bedeutsam:

  • Die verschiedenen Energieträger (erneuerbare und konventionelle) müssen in die Netze bedarfsgerecht integriert werden.
  • Die räumliche Verteilung der Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien muss sich auch an der vorhandenen Netz-, Kraftwerks- und Verbrauchsstruktur orientieren. Das uneingeschränkte Vorrangprinzip für Netzanschluss und Stromabnahme unabhängig von der örtlichen Situation muss durch ein intelligentes Erzeugungs-, Last- und Speichermanagement abgelöst werden.
  • Um die klimapolitischen Ziele nicht zu verfehlen sind konsequente Effizienzsteigerungen im weiterhin erforderlichen konventionellen Kraftwerkspark notwendig. In diesem Zusammenhang spielen Erdgas, Kraft-Wärme-Kopplung und Fernwärme eine strategisch entscheidende Rolle.
  • Der beschleunigte Ausbau der erneuerbaren Energien muss in ökonomisch sinnvoller Weise erfolgen. Die Förderung darf sich nicht primär an der Bedürftigkeit, sondern muss sich an der energiewirtschaftlichen Wertigkeit der Anlagen orientieren.

 „Dieser Umbau kann jedoch nur auf der Basis eines breiten gesellschaftlichen Grundkonsenses über die Zukunft der Energieversorgung gelingen. Es bedarf vor allem der gesellschaftlichen Akzeptanz für die Infrastruktur der Energieversorgung und der damit verbundenen Kosten – der Hochspannungsleitung, dem Windrad oder der Biogasanlage, um nur wenige Beispiele zu nennen,“ betonte Gebhardt. 

Der VBEW ermutigt die Politik und die Genehmigungsbehörden ausdrücklich, Argumente für die vielen nun anstehenden Kraftwerks- und Leitungsprojekte zu suchen. Dies war in der Vergangenheit nicht immer der Fall.

Weitere Informationen:

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